Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.06.2014

14:32 Uhr

Mehr Kooperation nötig

Europa könnte Milliarden an Energieausgaben sparen

VonDana Heide

Wäre der EU-Energiemarkt besser verzahnt, könnten die Stromkosten niedriger ausfallen, zeigt eine neue Studie. Das Sparpotenzial liege bei bis zu 81 Milliarden Euro pro Jahr. Passiert nichts, steigen die Preise weiter.

Leitungen verbinden: Bei der Stromversorgung in Europa besteht bei der Zusammenarbeit noch Nachholbedarf. dpa

Leitungen verbinden: Bei der Stromversorgung in Europa besteht bei der Zusammenarbeit noch Nachholbedarf.

Düsseldorf Ein Deutscher hat bisher die Integration des EU-Energiemarktes vorangetrieben. Ob Günther Oettinger (CDU) auch nach der Neuverteilung der Posten EU-Energiekommissar bleibt, ist noch offen. Aber wer auch immer es macht, es scheint noch viel zu tun zu sein, wie eine Studie der Unternehmensberatung Accenture im Auftrag von Eurelectric, einem Branchenverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft, zeigt.

Laut der Studie könnte eine bessere EU-weite Zusammenarbeit die Kosten für Energie europaweit um bis zu 81 Milliarden Euro senken.

Größte Stellschraube sei die stärkere Verzahnung des Stromhandels, dadurch könnten die Energiekosten jährlich um 27 Milliarden Euro reduziert werden. „Die Verbindungen zwischen den bestehenden Strommärkten müssen ausgebaut werden“, forderte Sander van Ginkel von Accenture. Allein durch ein besseres Management der Stromnetze könne man bis zu 15 Milliarden Euro sparen, heißt es weiter.

Sollte nicht verstärkt gehandelt werden, drohe ein weiterer Anstieg der Strompreise, warnen die Autoren. Bereits in den Jahren 2008 bis 2012 seien die Preise um 18 Prozent gestiegen. Bis 2030 könnten sie um bis zu 50 Prozent höher liegen als zum jetzigen Zeitpunkt. Der durchschnittliche Anteil, den private Haushalte von ihrem verfügbaren Einkommen für Strom ausgeben, stieg von 2008 bis 2012 bereits von 1,4 Prozent auf 3,3 Prozent. Wenn bei der EU-Energiepolitik alles beim Alten bleibe, könnte dieser Anteil bis 2030 auf bis zu 4,7 Prozent klettern, heißt es in der Studie.

Schon lange kritisiert wird die unkoordinierte Förderung der erneuerbaren Energien in Europa. Jedes europäische Land hat unterschiedlich hohe Vergütungssätze für Strom aus erneuerbaren Energiequellen und setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Die Autoren der Studie fordern daher eine bessere Koordination. Bei der Energieeffizienz bei privaten und industriellen Verbrauchern gebe es ebenfalls noch Nachholbedarf.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.06.2014, 14:52 Uhr



German Chancellor Angela Merkel’s energy policies - designed to sharply boost the share of renewables in Germany’s energy mix, tackle climate change and cut Germany’s dependency on foreign gas and oil - are a rising source of concern for the country’s industry, particularly energy-intensive companies like Wacker. According to Germany’s Chamber of Commerce and Industry, half of the country’s industrial companies believe their global competitiveness is threatened by Germany’s energy policy, and a quarter of them are either shifting production abroad or considering doing so. The United States is among the top destinations.

In March, BMW, the world’s largest luxury carmaker, said it would invest $1 billion to expand its plant in Spartanburg, South Carolina, making it the German group’s biggest production facility by 2016. In all, German companies invested more than 800 billion euros in U.S. expansions between 2008 and 2012, according to the most recent Bundesbank statistics. Germany’s Chamber of Commerce and Industry reckons that investments could reach 200 billion euros in 2014, an all-time high.

“In the energy-intensive sectors, such as chemicals, we are facing substantial challenges that will prevail for a longer time,” said Carsten Rolle, head of energy and climate policy at the Federation of German Industries (BDI). “It isn’t sudden but a creeping process with new investment going more often to the United States and other places abroad, where energy costs are much lower.”

http://af.reuters.com/article/energyOilNews/idAFL3N0OD3RB20140602?sp=true

Ja spart mal Energiekosten.

Account gelöscht!

02.06.2014, 15:17 Uhr

Die Energiepreise in Deutschland sind jetzt viermal so hoch wie in Texas, und der Faktor fünf ist bereits in Sicht.

Kein Wunder, daß die Industrie abwandert. Im Wachtum liegt Deutschland unter allen 220 Staaten und Gebieten der Erde derzeit auf Platz ... (Trommelwirbel) ... einhundertdreiundachtzig.

Ich schreibe auch Studien. Und daher halte ich die Schlußfolgerung von Accenture-Studie für falsch. Wir brauchen nicht mehr Koordination in Europa, sondern wir brauchen das "Aufräumen in den Köpfen" - bei uns.

Account gelöscht!

02.06.2014, 15:49 Uhr

Jegliche "verzahnung" mit und in der EU bringt nur Nachteile für die Bürger.
Die lassen sich aber recht gerne für dumm verkaufen ....
Der dumme Mob wacht wohl erst auf, wenn selbst "Brot und Spiele" bald unerschwinglich werden....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×