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18.04.2013

17:38 Uhr

Minus verdoppelt

Aleo Solar startet mit roten Zahlen ins Jahr

Die Branchenkrise lässt Aleo Solar nicht los. Zwar befindet sich der Konzern derzeit in einer Umstrukturierungsphase hin zu einem Dienstleister für Energiemanagement, doch das wird an der Börse nicht honoriert.

Das Aleo Solar-Werk in Prenzlau. Der Solarmodulhersteller schreibt weiter tiefrote Zahlen. dpa

Das Aleo Solar-Werk in Prenzlau. Der Solarmodulhersteller schreibt weiter tiefrote Zahlen.

Oldenburg/PrenzlauDer Solarmodulhersteller Aleo Solar ist im Strudel der branchenweiten Krise im ersten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) stehen von Januar bis Ende März 16,3 Millionen Euro Verlust, wie das in Oldenburg und Prenzlau ansässige Unternehmen am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt mitteilte. Damit verdoppelte sich das Minus gegenüber dem ersten Vorjahresviertel (minus 8,2 Millionen Euro).

Den noch vorläufigen Zahlen zufolge brach der Umsatz aus dem Startquartal um gut 40 Prozent auf 31,1 Millionen Euro ein. Die endgültigen Zahlen mit dem Nettoergebnis folgen am 14. Mai. Die Aktie von Aleo Solar geriet weiter unter Druck. Binnen eines Jahres sind die Papiere von damals rund 20 Euro auf weniger als 2 Euro gefallen. Bei Aleo Solar arbeiteten Ende 2012 gut 920 Mitarbeiter.

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Für 2012 erwartet das Unternehmen einen Verlust von rund einer halben Milliarde Euro.

Strategisch versucht Aleo Solar derzeit das Ruder herumzureißen, indem sich die Gruppe vom reinen Modulhersteller zum Dienstleister für Energiemanagement wandelt, der Paketlösungen für die Erzeugung und Speicherung von Strom anbietet. Der Technologieriese Bosch hatte vor kurzem angekündigt, als Aleo Solar-Hauptaktionär auszusteigen. Die Schwaben haben Milliarden im Abenteuer Sonnenkraft versenkt.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.04.2013, 12:48 Uhr

Jede Wette, daß alle "hochrangigen" Manager aus dem Laden in Kürze von Bord gehen und sich dann - erstaunlicherweise - bei Bosch im mittleren Management wiederfinden werden.

Die Lehre daraus? Bosch und Unternehmertum findet niemals zusammen.

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