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05.12.2013

16:52 Uhr

Mischkonzern

Bonitätsnote Thyssen-Krupps auf Ramschniveau

Für Thyssen-Krupp sieht es laut Fitch düster aus – die Ratingagentur hat den Konzern auf Ramschniveau herabgestuft. Der Anteil der Krupp-Stiftung am Unternehmen ist unterdessen höher, als zunächst gedacht.

Dunkle Wolken hängen über dem Mischkonzern: Thyssen-Krupp hat den Verkauf eines Stahlwerks in den USA angekündigt. dpa

Dunkle Wolken hängen über dem Mischkonzern: Thyssen-Krupp hat den Verkauf eines Stahlwerks in den USA angekündigt.

Düsseldorf/ EssenDie Agentur Fitch hat ihr Rating des kriselnden Mischkonzerns Thyssen-Krupp auf Ramsch-Niveau gesenkt. Fitch schraubte die Bewertung langfristiger Verbindlichkeiten auf "BB+" von zuvor "BBB" herunter, wie die Agentur am Donnerstag mitteilte. Thyssen-Krupp droht zudem eine weitere Herabstufung: Der Ausblick sei negativ, hieß es weiter.

Fitch-Analysten hätten unter anderem mit mehr Zuflüssen aus dem Verkauf der Stahlwerke in Übersee gerechnet, hieß es zur Begründung. Thyssen-Krupp hatte den Verkauf eines Stahlwerks in den USA angekündigt, ein zweites Stahlwerk in Brasilien fand indes keinen Käufer. Dass das verlustreiche Werk nicht veräußert worden sei, sei ein Grund für den negativen Ausblick, teilte Fitch mit.

Doch das sind nicht die einzigen Nachrichten, die den Mischkonzern bewegen: Der Anteil der Krupp-Stiftung am finanziell angeschlagenen ThyssenKrupp-Konzern ist auf 23,03 Prozent gesunken. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichen Stimmrechtsmitteilung hervor.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Nachdem sich die Stiftung in dieser Woche nicht an einer Kapitalerhöhung beteiligt hatte, war der Anteil des wichtigsten Großaktionärs von Thyssen-Krupp unter die Schwelle von 25 Prozent gerutscht. Die aktuelle Beteiligung der Stiftung war zunächst mit 22,99 Prozent beziffert worden.

Thyssen-Krupp steckt seit geraumer Zeit in der Krise. Etwas Abhilfe schaffte die Kapitalerhöhung, die knapp 900 Millionen Euro brutto in die Kassen spülte. Das Geld will der Konzern unter anderem zum Abbau der Schulden nutzen und das dünne Eigenkapital stärken. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende September) stand unter dem Strich ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote war auf nur noch 7,1 Prozent gesunken.

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