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17.10.2013

14:25 Uhr

Mischkonzern

Cevian will in Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp

Der Finanzinvestor Cevian will laut Medienberichten seinen Thyssen-Krupp-Anteil aufstocken. Die Folge: Die Krupp-Stiftung tritt einen Sitz im Aufsichtsrat an Cevian ab. Cevian selbst äußert sich dazu nicht eindeutig.

Angeschlagener Mischkonzern: Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger bereitet derzeit eine Kapitalerhöhung vor. dapd

Angeschlagener Mischkonzern: Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger bereitet derzeit eine Kapitalerhöhung vor.

DüsseldorfDer Finanzinvestor Cevian will einem Magazinbericht zufolge seinen Anteil an Thyssen-Krupp aufstocken und in den Aufsichtsrat einziehen. Die Schweden wollten ihr Paket bis Jahresende auf zehn Prozent von derzeit 6,1 Prozent erhöhen, berichtete das „manager magazin“ am Donnerstag vorab. Mit ThyssenKrupp sei abgesprochen, dass die Krupp-Stiftung einen Sitz in dem Kontrollgremium abgeben könnte, hieß es unter Berufung auf Finanzkreise.

Cevian verwies auf Nachfrage lediglich auf die bisherige Aussage, wonach eine Erhöhung des Anteils nicht ausgeschlossen sei. Der Hedgefonds hatte Ende September zudem erklärt, die Frage nach einem Mandat im Aufsichtsrat stelle sich „zurzeit" nicht. Thyssen-Krupp lehnte eine Stellungnahme ab.

Cevian hatte vor drei Wochen die Schwelle von fünf Prozent bei dem angeschlagenen Mischkonzern überschritten und anschließend den Anteil auf 6,1 Prozent erhöht. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte dies ausdrücklich begrüßt. Er bereitet derzeit eine Kapitalerhöhung vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren hatte.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Es gilt als unwahrscheinlich, dass die mächtige Krupp-Stiftung dabei mitziehen wird. Sie hält 25,3 Prozent der Anteile und hat das Recht auf die Entsendung von drei Vertretern in den Aufsichtsrat. Sollte ihr Anteil schwinden, könnte ihr Recht nur noch für zwei Mandate gelten.

Von

rtr

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