Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.07.2017

09:35 Uhr

Mögliche Investoren

Ein letzter Hoffnungsschimmer für Solarworld

VonFranz Hubik

Die deutschen Fabriken des insolventen Ökokonzerns Solarworlds könnten doch noch an einen Investor gehen. Zumindest 450 Mitarbeiter würden bei dieser Lösung ihre Jobs behalten. Ob der Deal klappt, ist aber ungewiss.

Der Konzern wurde einst mit 4,6 Milliarden Euro an der Börse bewertet und beschäftigte in Glanzzeiten fast 4000 Mitarbeiter weltweit. dpa

Solarworld

Der Konzern wurde einst mit 4,6 Milliarden Euro an der Börse bewertet und beschäftigte in Glanzzeiten fast 4000 Mitarbeiter weltweit.

DüsseldorfKommt doch noch die Rettung in letzter Minute? Die Beschäftigten des insolventen Photovoltaikkonzerns Solarworld können kurz vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. August wieder Hoffnung schöpfen. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg am Mittwoch mitteilte, verhandelt der Anwalt „seit dem Wochenende mit einer Investorengruppe“ über die Übernahme der beiden deutschen Produktionsstätten von Solarworld in Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen).

Piepenburg schätzt die die Chancen auf eine kurzfristige Einigung mit den Interessenten „höher“ ein als ein Scheitern. Konkret soll eine Investorengruppe die Absicht bekundet haben, Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen der beiden deutschen Fabriken zu übernehmen.

Solarkonzern Yingli aus China: Erst hofiert, dann ausgequetscht

Solarkonzern Yingli aus China

Premium Erst hofiert, dann ausgequetscht

SiC recycelte Abfälle für den Solarkonzern Yingli – und träumte vom großen Geld. Doch der Mittelständler ging Pleite, weil die Chinesen nicht mehr zahlten. Der letzte verbliebende deutsche Mitarbeiter vor Ort berichtet.

Nach derzeitigem Stand der Verhandlungen könnten so 450 der 1850 Beschäftigen des Konzerns in Deutschland in die neu zu gründende Gesellschaft übernommen werden. Zusätzlich wird verhandelt, ob für bis zu 1200 Beschäftigte in Arnstadt und Freiberg der „Eintritt in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft“ angeboten werden kann.

„Mit dieser Lösung würden wir die Möglichkeiten in einem vorläufigen Insolvenzverfahren weitgehend ausschöpfen, um den Interessen der beteiligten Gläubiger gerecht zu werden und eine dann doch signifikante Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten“, erklärte Piepenburg. Stand heute soll die Investorengruppe den Geschäftsbetrieb zumindest bis Mitte August finanzieren.

Für die rund 200 Mitarbeiter am Konzernsitz von Solarworld in Bonn gibt es bei diesem Konzept hingegen kaum noch Hoffnung. Bis auf eine kleine Abwicklungsmannschaft müssten die Beschäftigten in Bonn „unwiderruflich freigestellt werden“.

Solarworld musste nach sechs Jahren Verlusten in Folge Mitte Mai Insolvenz anmelden. Der Konzern wurde einst mit 4,6 Milliarden Euro an der Börse bewertet und beschäftigte in Glanzzeiten fast 4000 Mitarbeiter weltweit.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

26.07.2017, 10:31 Uhr

Offensichtlich ist die Subventionsblase in sich zusammengefallen.

Wünschenswert wäre wenn die Windindustrie ähnlich geräuschlos abgewickelt werden kann.

Sehr wünschenswert wäre es wenn die Subventionen für umweltschädliche Windmühlen und Solaranlagen beendet werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×