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08.11.2013

14:28 Uhr

Nach 40 Jahren

Erstes neues Bergwerk in Deutschland eröffnet

Die Tage des Bergbaus schienen in Deutschland weitgehend gezählt. Doch nun eröffnet erstmals seit 40 Jahren in Deutschland wieder ein Bergwerk. Im Erzgebirge werden Mineralien für die Chemieindustrie gefördert.

Arbeiter in der Fluss- und Schwerspatgrube Niederschlag in Oberwiesenthal. Drei Jahre nach Beginn der Erschließung nahm das Bergwerk heute offiziell den Betrieb auf, mit dem Fluss- und Schwerspat gefördert und aufbereitet werden soll. dpa

Arbeiter in der Fluss- und Schwerspatgrube Niederschlag in Oberwiesenthal. Drei Jahre nach Beginn der Erschließung nahm das Bergwerk heute offiziell den Betrieb auf, mit dem Fluss- und Schwerspat gefördert und aufbereitet werden soll.

OberwiesenthalNach rund 40 Jahren Pause ist in Deutschland wieder ein Bergwerk eröffnet worden. In Niederschlag bei Oberwiesenthal im Erzgebirge soll künftig unter Tage Fluss- und Schwerspat gefördert werden. „Wir wollen die Industrie auf einheimische Rohstoffe aufmerksam machen und zeigen, dass sich Bergbau in Deutschland wieder lohnt“, sagte der Geschäftsführer der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke GmbH, Wolfgang Schilka, am Freitag.

Fluss- und Schwerspat sind Minerale, die als Grundstoff vor allem in der chemischen Industrie oder auch im Hüttenwesen begehrt sind. Schilka zufolge hat das Unternehmen in das Bergwerk und die Aufbereitungsanlagen in Aue rund 25 Millionen Euro investiert.

Laut Schilka wird mit einer Betriebsdauer von rund 25 Jahren gerechnet. Allerdings sei die Lagerstätte noch nicht vollständig erkundet, so dass auch ein längerer Betrieb möglich sei, hieß es. Die EFS ist eine Tocher der Nickelhütte Aue. Die Erschließungsarbeiten für das neue Bergwerk haben rund drei Jahre gedauert.

Deutschland ist stark abhängig vom Import von Rohstoffen. Das betrifft vor allem Metall- und Energierohstoffe. Erst Anfang November gab die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bekannt, dass die Importzahlen für 2012 höher seien als im Jahr zuvor. Einzelheiten nannte sie noch nicht. 2011 kamen Rohstoffe im Wert von 137,6 Milliarden Euro ins Land - ein Plus von fast 25 Prozent im Vergleich zu 2010.

Das meiste Geld gab Deutschland für Energierohstoffe aus (89,1 Milliarden Euro). In Mengen ausgedrückt bedeutet das, dass knapp 317 Millionen Tonnen Rohstoffe (plus 2,2 Prozent) ins Land kamen. Energierohstoffe wie Erdgas und -öl lagen dabei mit 222,3 Millionen Tonnen weit vorn.

Der Gesamtwert der hier produzierten Rohstoffe lag 2011 bei rund 20,8 Milliarden Euro. Den höchsten Wert hatte Braunkohle. Deutschland stand 2011 stand bei der Produktion von Braunkohle weltweit an der Spitze, es folgten Kaolin (enthält Tongestein), Stein- und Kalisalz.

In Deutschland entfällt auf Sand und Kies knapp ein Drittel der Rohstoffproduktion: 2011 waren es 253 Millionen Tonnen von insgesamt rund 605 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe. Es folgten aus einem Steinbruch gewonnene Natursteine mit 229 Millionen und die Braunkohle mit rund 177 Millionen Tonnen. Deutschland exportierte 2011 mineralische und Energierohstoffe im Wert von knapp 36 Milliarden Euro. Dazu zählten Braunkohle, Uran, Zement, Torf und Edelmetalle.

Von

dpa

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