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15.04.2013

14:04 Uhr

Nach der Insolvenz

Käufer für Flexstrom-Tochter gefunden

ExklusivFlexstrom meldete Insolvenz an. Ein Schweizer Finanzinvestor interessiert sich nun für eine Tochter des Billigstromanbieters. Der Käufer will Flexgas übernehmen. Firmenname und Führung sollen ausgetauscht werden.

Der Stromanbieter Flexstrom meldete Insolvenz an. Ein Investor interessiert sich für eine Tochter. dpa

Der Stromanbieter Flexstrom meldete Insolvenz an. Ein Investor interessiert sich für eine Tochter.

DüsseldorfDie Tochter des am Freitag von der Insolvenz erfassten Berliner Billigstromanbieters Flexstrom, Flexgas, hat nach Informationen des Handelsblatts einen neuen Eigentümer. Ein Schweizer Finanzinvestor hat Flexgas als einziges Unternehmen aus der Flexstrom-Gruppe übernommen. „AKO Capital will das Geschäft auf dem deutschen Markt weiter ausbauen und mit strategischen Partnern eine modifizierte Wachstumsstrategie verfolgen“, bestätigte der Käufer.

Von Flexgas sollen weder der Firmenname noch die Führung bleiben. „Mit der Übernahme wird aus der Flexgas die FairTrade Gas. Auch ist geplant das Management kurzfristig auszutauschen“, teilte Ako mit. Für die Geschäftspartner und Kunden ändere sich durch die Übernahme nichts.

Energiemarkt: Stromanbieter Flexstrom ist insolvent

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Der Billigstromanbieter Flexstrom hat Insolvenz angemeldet. Einen Schuldigen für die Pleite hat das Unternehmen schon ausgemacht: die Kunden. Dabei hatte auch die Bundesnetzagentur den Anbieter im Visier.

AKO Capital ist bisher auf dem deutschen Energiemarkt nicht aufgefallen. Dafür ist der Präsident des Verwaltungsrates hierzulande gut bekannt: Thomas Borer. Der 55jährige war von 1999 bis 2002 Schweizer Botschafter in Deutschland. Borer führt auch eine Unternehmensberatung und war unter anderem für die Renova-Gruppe des russischen Oligarchen Viktor Wekselberg aktiv.

Die Muttergesellschaft Flexstrom sowie Schwestergesellschaften Löwenzahn Energie und Optimal Grün hatten am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Die Gesellschaft kam damit einem Verbot ihres Vorkassemodells durch die Bundesnetzagentur zuvor. Die Aufsichtsbehörde hatte bereits im Januar 2013 ein Verfahren zur Untersagung der Geschäftstätigkeit gegen Flexstrom eingeleitet. „Mit der Einleitung wurde Flexstrom aufgefordert, belastbare Nachweise für die finanzielle Leistungsfähigkeit vorzulegen“ sagte Rudolf Boll, Sprecher Bundesnetzagentur.

Die vorgelegten Nachweise waren der Aufsichtsbehörde offenbar nicht genug. „Auf Basis der vorgelegten Unterlagen stand die Bundesnetzagentur unmittelbar vor der Entscheidung, das Vorkassemodell der Flexstrom zu verbieten“, sagt Boll. Der entsprechende Brief an Flexstrom sei schon unterschrieben gewesen und sollte Freitag zugestellt werden. Boll: „Offensichtlich hat das unmittelbar bevorstehende Verbot der Bundesnetzagentur dazu geführt, dass Flexstrom am Freitag die Insolvenz beantragt hat.“

Nun hat bei Flexstrom der Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger das Sagen. Er kommt aus der Kanzlei White & Case, derselben Kanzlei, bei der Insolvenzverwalter Biner Bähr die Abwicklung des einstigen Flexstrom-Konkurrenten Teldafax betreut.

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