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01.12.2012

17:39 Uhr

Nach Ermittlungsverfahren

Thyssen-Krupp-Vorstand Claassen zieht sich zurück

Schneller Rückzug: Thyssen-Krupp-Vorstand Jürgen Claassen lässt sein Amt ruhen. Er soll auf Firmenkosten private Reisen unternommen und unter anderem die teuerste Suite im Ritz Carlton von Miami angemietet haben.

Jürgen Claassen verlässt seinen Vorstandsposten: „Schaden vom Unternehmen fernhalten“. Pressefoto ThyssenKrupp

Jürgen Claassen verlässt seinen Vorstandsposten: „Schaden vom Unternehmen fernhalten“.

BerlinThyssenKrupp-Vorstand Jürgen Claassen lässt im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Luxusreisen sein Amt ruhen. Claassen habe den Aufsichtsrat gebeten, ihn bis auf weiteres von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte der im Dax geführte Stahlkonzern am Samstagabend mit.

Claassen selbst wurde in der dreizeiligen Mitteilung mit den Worten zitiert, er wolle durch den Schritt „angesichts der derzeitigen öffentlichen Berichterstattung Schaden vom Unternehmen fernhalten“. ThyssenKrupp erklärte, der Aufsichtsrat werde sich mit dem Thema in seiner regulären Sitzung am 10. Dezember befassen.

Am Freitag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Essen ein Ermittlungsverfahren gegen Claassen eingeleitet hat. Er war zuletzt wegen luxuriöser Reisen in die USA unter Druck geraten, die er von seinem Arbeitgeber finanzieren ließ, obwohl sie nicht vornehmlich dienstlich waren.

Berichten zufolge soll Claasen 2010 unter anderem in Miami die teuerste Suite im Ritz Carlton angemietet und dies dem Konzern in Rechnung gestellt haben, obwohl die Reise vor allem Freizeitcharakter gehabt habe. Weitere Vorwürfe bezogen sich auf teure Auslandsreisen für Journalisten, die Claasen finanziert haben soll.

Von

rtr

Kommentare (3)

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kfvk

02.12.2012, 09:25 Uhr

Welchen Schaden will er eigentlich noch von TK abwenden? In USA und Brasilien mit neuen Werken verzockt, bei Bestechungsskandalen gut dabei und nun noch ein Selbstbedienungsladen -- zumindest für ein Vorstandsmitglied.
Den selbstherrlichen Vorständen deutscher Aktiengesellschaften gehören schon lange einmal Aufsichtsräte vor die Nase gesetzt, die ihr Amt gut ausüben. Schluss mit großzügigen Vergütungen für mäßige Leistungen, nicht durchdachten Entscheidungen und fetten Abfindungen, wenn man über die eigene Unfähigkeit/Gier stolpert. Nur gibt es Aufsichtsräte, die so etwas hinbekommen, leider selten. Entweder verwalten sie ihr Erbe und sind deshalb blind, verstehen zu wenig von der Sache oder sind, wie leider so häufig, nur mit der Mehrung des eigenen Wohlergehens beschäftigt.
Mit einer solchen Mannschaft haben wir gute Aussichten, dass Deutschlands DAX Unternehmen in die Bedeutungslosigkeit abrutschen, denn das System TK ist leider viel zu oft zu finden.

Nachwuchs

02.12.2012, 11:51 Uhr

Wieso müssen die Manager immer in der ersten Klasse/Premium fliegen? Reichen nicht Bahnfahrten 2. Klasse nachts (Nachts können sie ja schlafen)? Warum immer Übernachtung im 7 Sterne Hotels mit einer Suite? Reicht nicht eine Pension und 1 Zimmer.? Sind die Manager nicht verpflichtet für die Firma bzw. in deren Sinne zu arbeiten oder steht im Vertrag Gelder zu verschwenden und gegen die Firma zu arbeiten?

Joe_Walton

03.12.2012, 10:12 Uhr

Es ist sicher kein Zufall, dass mehrfach in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen Personen mit gleichem (und jeweils seltenem) Nachnamen auftauchen, obwohl diese Leute familiär nicht über Unternehmensanteile verfügen.

Wer installiert diese Personen? Warum nehmen die betroffenen Unternehmen so oft schaden? Warum fließt das Geld, dass fehltgeleitet wird, fast immer ins Ausland?

Nach Beantwortung dieser Fragen ist es nicht mehr überraschend, dass diese Leute immer vollkommen straffrei und mit hohen Abfindungen davonkommen.

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