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06.11.2013

12:07 Uhr

Nach Gewinneinbruch

Voestalpine hofft auf zweites Halbjahr

Voestalpine hat mit einer schwachen Nachfrage in Europa und hohen Rohstoffpreisen zu kämpfen. Im zweiten Quartal schrumpfte der Betriebsgewinn um ein Fünftel. Der Stahlkonzern hofft auf Besserung im zweiten Halbjahr.

Stahlarbeiter in einem Voestalpine-Werk in Donawitz: An der Börse rutschten die Aktien um rund ein Prozent ab. Reuters

Stahlarbeiter in einem Voestalpine-Werk in Donawitz: An der Börse rutschten die Aktien um rund ein Prozent ab.

WienBeim Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine haben im zweiten Quartal neben einer schwachen Stahlnachfrage in Europa hohe Rohstoffpreise Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Betriebsgewinn schrumpfte im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 177,2 Millionen Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Die Erlöse gingen um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Für das zweite Halbjahr rechnet der österreichische Konzern wieder mit einem Anziehen der Geschäfte und damit auch einer Ergebnisverbesserung. So werde für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2013/14 weiterhin ein auf Vorjahresniveau liegender Betriebsgewinn erwartet, teilte Voestalpine am Mittwoch mit. 2012/13 betrug dieser 850 Millionen Euro.

Im von Juli bis Ende September laufenden Sommerquartal habe sich der Aufwärtstrend verlangsamt. Bei kaum veränderten Preisen auf der Verkaufsseite habe der aufkeimende Optimismus in China über den Sommer zu unerwartet hohen Rohstoffspreisen geführt. Das habe die Margen in der europäischen Stahlindustrie unter Druck gesetzt, teilte Voestalpine weiter mit. Zudem habe sich im zweiten Quartal ein negativer Einmaleffekt von zehn Millionen Euro in der Division Stahl ausgewirkt. Hintergrund sei eine vorzeitige Auflösung eines ungünstigen langfristigen Vertrages. In den kommenden beiden Geschäftsjahren sollte sich dieser Effekt jedoch wieder kompensieren, hieß es.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

An der Börse rutschten die Voestalpine-Aktien kurz nach Handelsbeginn um rund ein Prozent ab.

Voestalpine kommt zu Gute, dass einige Kunden nach dem Sommer ihre leeren Lager wieder auffüllen. Vor allem bei den Premiumautobauern gebe es stabile Produktionsraten auf hohem Niveau. Die Voestalpine profitiert davon, weil sie etwa Karosserieteile für die deutschen Premiumautobauer liefert. Die Branche um Stahlgrößen wie ThyssenKrupp, Salzgitter oder den Weltmarktführer ArcelorMittal kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage, Preisdruck und Überkapazitäten in Europa. ThyssenKrupp und Salzgitter reagierten unter anderem mit einem Stellenabbau. Arcelor hat sogar Werke geschlossen. Die Voestalpine kann sich diesem Trend teilweise entziehen, weil sie etwa zwei Drittel ihres Geschäfte in der renditestarken Verarbeitung von Stahl zu Spezialstahlprodukten macht.

Von

rtr

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