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11.04.2014

12:15 Uhr

Nach russischer Drohung

RWE soll Ukraine vor Gas-Engpass bewahren

Kreml-Chef Putin will die Ukraine künftig nur noch gegen Vorauszahlung mit Gas beliefern. Nun will sich die Regierung vom Essener Energieversorger RWE über Umwege russisches Gas liefern lassen.

Putin droht Europa

Wird der Erdgas-Transport bald gekappt?

Putin droht Europa: Wird der Erdgas-Transport bald gekappt?

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Nach der Drohung des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einer Drosselung der Gaslieferungen will die Ukraine ihre Energieversorgung mit der Hilfe deutscher und französischer Unternehmen sichern. Die Übergangsregierung wolle entsprechende Verträge mit RWE und einem französischen Konzern abschließen, sagte Energieminister Juri Prodan am Freitag im Parlament. Ziel sei es, dass die Unternehmen ihr von Russland gekauftes Gas über die Pipelines zurück an die Ukraine fließen ließen (reverse flows). Voraussetzung dafür sei, dass die Unternehmen ein solches Angebot unterbreiteten.

Von RWE selbst hatte es Anfang März geheißen, das der Essener Energieversorger die Ukraine bei einer Verschärfung der Krise mit Gas beliefern könnte. Es bestünde ein entsprechender Rahmenvertrag mit dem ukrainischen Unternehmen Naftogaz.

Putin hatte am Donnerstag angekündigt, dass Russland die ehemalige Sowjetrepublik künftig nur noch gegen Vorauszahlung mit Erdgas beliefern wolle und notfalls die Versorgung drosseln werde. Nach Darstellung von Gazprom hat die Ukraine Gas-Schulden in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar.

Die Ukraine bezieht etwa die Hälfte ihres Erdgases aus Russland. Erst in den vergangenen Tagen hatte Gazprom den Gaspreis für das Nachbarland um 80 Prozent auf 485 Dollar je 1000 Kubikmeter angehoben.

Die USA kritisierten Russland wegen der Drohung, die Gaslieferungen zu drosseln, scharf. Sie werfen Russlands Präsident Wladimir Putin vor, Gaslieferungen als Machtmittel missbrauchen zu wollen. „Wir verurteilen die russischen Versuche, Energie als ein Zwangsmittel gegen die Ukraine zu nutzen“, sagte die Sprecherin im Außenamt in Washington, Jen Psaki.

Ähnlich äußerte sich das Weiße Haus. Es sei „völlig unangemessen, Energieexporte einzusetzen, um diplomatische oder geopolitische Ziele zu erreichen“, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Donnerstag. Dies habe man gegenüber Moskau deutlich gemacht.

Wegen unbezahlter Rechnungen hatte Russland der Ukraine zuletzt 2009 das Gas zeitweilig abgestellt, was auch zu Lieferengpässen in der EU geführt hatte.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

11.04.2014, 12:22 Uhr

>> Ziel sei es, dass die Unternehmen ihr von Russland gekauftes Gas über die Pipelines zurück an die Ukraine fließen ließen (reverse flows). <<

- für wie naiv und blöd halten denn diese Strategen die Russen ?

Im Falle eines solchen Aktes riskiert RWE sofort auch einen Gaspreis von 500 $ pro 1000 m³ .

Und wie viel soll dann die Ukraine bezahlen ? Etwa 300 $ und die Differenz gleicht der Deutsche Steuerzahler aus..?

Unfassbar, welche Pseudo-Strategen hier zu Werke gehen !

Account gelöscht!

11.04.2014, 12:42 Uhr

Voll zuzustimmen,
doch man darf nicht alles glauben, was in den Medien erscheint.
Gerade RWE steht nach dem Atomausstieg, der hohen Stromproduktion aus Kohle und riesigen Schulden mit dem Rücken zur Wand.

Account gelöscht!

11.04.2014, 13:00 Uhr

RWE liefert hoffentlich nur gegen Vorkasse und zu profitablen Bedingungen (Marktpreis).

Es sei daran erinnert: Die Ukraine ist faktisch zahlungsunfähig, also besteht ein sehr hohes Ausfallrisiko bei Lieferung auf Rechnung. Daher wie immer bei Insolvenzkandidaten: Nur gegen Vorkasse.

Dann kann die Sache sogar Spass machen ... und der RWE Aktionär kann wieder lachen.

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