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26.11.2013

14:15 Uhr

Nach Verstaatlichung

Argentinien muss Repsol Entschädigung zahlen

2012 griff die argentinische Regierung durch, holte sich mit YPF eine der profitablen Töchter des Repsol-Konzerns. Nun will sie mit einer Entschädigung verschreckte Investoren besänftigen – denn auf die ist sie angewiesen.

Zentrale von Repsol in Madrid: Die Spanier erhalten für die Verstaatlichung einer Tochter eine Entschädigung von Argentinien. Reuters

Zentrale von Repsol in Madrid: Die Spanier erhalten für die Verstaatlichung einer Tochter eine Entschädigung von Argentinien.

MadridRund eineinhalb Jahre nach der überraschenden Verstaatlichung seiner Argentinien-Tochter YPF ist eine Entschädigung für den spanischen Ölkonzern Repsol in greifbare Nähe gerückt. Die spanische Firma habe einer entsprechenden vorläufigen Vereinbarung zugestimmt, teilte die argentinische Regierung mit. Im Gegenzug werde Repsol seine Klage vor der Weltbank zurückziehen. Firmenkreisen zufolge dürfte der Verwaltungsrat von Repsol noch am Mittwoch grünes Licht geben.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen schätzen die Höhe der Entschädigungszahlung auf fünf Milliarden Dollar und damit auf die Hälfte der ursprünglich geforderten Summe. Die Repsol-Aktie kletterte fast fünf Prozent und gehörte damit zu den größten Gewinnern im spanischen Leitindex. Die Papiere von Repsols zweitgrößtem Aktionär, dem verschuldeten Baukonzern Sacyr, stiegen mehr als fünf Prozent.

Argentinien stand zuletzt stark unter Druck, den Streit um die größte Ölfirma YPF des Landes beizulegen. Der südamerikanische Staat benötigt finanziell starke Partner, um die riesigen Vorkommen an Schiefer-Öl und -Gas im Gebiet "Vaca Muerta" fördern zu können. Sie gehören zu den größten Lagerstätten in der Welt.

Argentinien hatte im Mai 2012 die Repsol-Sparte, die zu 51 Prozent den Spaniern gehörte, beschlagnahmt. Die Regierung begründete den Schritt mit mangelnden Investitionen in das Unternehmen. Repsol geht auf mehreren Ebenen gerichtlich dagegen vor und drohte unter anderem, alle Firmen zu verklagen, die mit YPF zusammenarbeiten.

Die Angelegenheit sorgte nicht nur für heftigen Streit zwischen Spanien und Argentinien sondern auch zwischen Spanien und Mexiko. Der staatliche mexikanische Ölkonzern Pemex ist mit rund neun Prozent an Repsol beteiligt und forderte ebenfalls eine Entschädigung für die YPF-Verstaatlichung. Die Tochter hatte rund ein Viertel zum Betriebsgewinn von Repsol beigetragen.

Die nun sehr wahrscheinliche Einigung dürfte auch der argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez helfen, deren Partei jüngst bei den Parlamentswahlen herbe Verluste erlitt. Argentinien kämpft mit ausbleibenden Investitionen aus dem Ausland. Seit der YPF-Verstaatlichung schrecken viele Firmen davor zurück, sich in dem lateinamerikanischen Land zu engagieren. Hinzu kommt ein seit Jahren andauernder Anleihe-Rechtsstreit in den USA.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Earthtourist

26.11.2013, 09:57 Uhr

Die Investoren deren Gier sie immer noch nach Süd-Amerika begleitet müssen sich eben mit den korrupten Regimen dort abfinden. Sympathie 0 !

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