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23.06.2014

17:27 Uhr

Neue Kraftwerke

Unter zu viel Strom

Deutschland hat noch nie so viel erneuerbare Energie produziert wie jetzt. Doch das stoppt die Stromkonzerne nicht, neue fossile Kraftwerke ans Netz zu bringen. Das könnte ausgerechnet dem Verbraucher zugute kommen.

EnBW hat am Montag ein neues Kraftwerk an das Stromnetz angeschlossen – trotz Überproduktion in Deutschland. dpa

EnBW hat am Montag ein neues Kraftwerk an das Stromnetz angeschlossen – trotz Überproduktion in Deutschland.

Noch nie kam so viel Strom in Deutschland aus erneuerbaren Energien. Doch das stoppt die großen Energieversorger nicht, immer neue fossile Kraftwerke ans Netz zu bringen. Am Montag startete EnBW den Betrieb eines neuen Kohlekraftwerks und schloss einen Block von 642 Megawatt an das Stromnetz an.

EnBW ist nicht der einzige Energieversorger, der in neue Kraftwerke investiert. RWE und GDF wollen bis Anfang Juli mit eigenen Werken in Hamm und Wilhelmshaven folgen. Damit steigt die Kapazität um 1,3 Prozent, wie Daten von Bloomberg zeigen. Gleichzeitig boomt die Solarbranche: Mit 24.244 Megawatt Energie aus Sonne hat Deutschland am 06. Juni einen neuen Rekord erreicht, wie die European Energy Exchange (EEX) errechnet hat. Allein mit einem Megawatt können 2000 Haushalte versorgt werden.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Deutschland ist nicht nur der größte Energiemarkt in Europa, die neuen Kraftwerke werden auch neue Kapazitäten auf einen Markt bringen, der ohnehin schon mehr als versorgt ist. Das zeigen auch die Zahlen zu Terminkontrakten in Deutschland: Der Preis nähert sich derzeit dem niedrigsten Niveau seit neun Jahren an. Im nächsten Jahr könnte diese Zahl sogar noch um weitere drei Prozent zurückgehen, wie die AVU aus Gevelsberg prognostiziert.

„Die Kapazitäten werden in Deutschland bis 2016 weiter steigen, sowohl durch Kohlekraftwerke als auch durch erneuerbare Energien“, sagt AVU-Energiehändler Danny Graefe. Ausgerechnet für den Verbraucher könnte sich das positiv auswirken: „Das treibt die Preise in der Regel nach unten“, so Graefe.

Bis 2025 will Deutschland seinen Strom zu 45 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen. Im ersten Quartal 2013 waren es nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 27 Prozent. Im vergangenen Jahr sank der Stromverbrauch der Deutschen drastisch und fiel nach Angaben der AG Energiebilanzen mit 598 Terrawatt-Stunden auf den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2009.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

23.06.2014, 17:43 Uhr

Nach den Notenbankzinsen werden wohl in Kürze auch die Börsenstrompreise negatives Terrain erreichen.

Irgendwie kommt mir das alles langsam komisch vor. Die Strompreise machen doch den "Kohl nicht mehr fett". Das besorgen die staatlichen Abgaben!

Account gelöscht!

23.06.2014, 18:15 Uhr

Bis in Deutschland ein Großkraftwerk ans Netz geht, vergeht weit mehr als ein Jahrzehnt. Spätestens wenn die ersten Bauten erstellt sind, kann es nur noch eine Lösung geben: fertig zu bauen.

Als der Merkel'sche Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie kam, war es für einen Stopp des RDK8 längst zu spät. Die EnBW konnte nur noch Sparprogramme auflegen. Mit 800 Mio EUR hat das Management sofort angefangen.

Account gelöscht!

23.06.2014, 18:15 Uhr

Bis in Deutschland ein Großkraftwerk ans Netz geht, vergeht weit mehr als ein Jahrzehnt. Spätestens wenn die ersten Bauten erstellt sind, kann es nur noch eine Lösung geben: fertig zu bauen.

Als der Merkel'sche Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie kam, war es für einen Stopp des RDK8 längst zu spät. Die EnBW konnte nur noch Sparprogramme auflegen. Mit 800 Mio EUR hat das Management sofort angefangen.

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