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24.07.2014

13:20 Uhr

Neue USA-Aufträge

REC Solarsieht neue Chancen in Übersee

Der europäische Marktführer REC Solar kann in den USA einen Großauftrag unterzeichnen und sieht nun neue Wachstumschancen im Solar-Entwicklungsland. Der in Singapur produzierende Konzern arbeitet unter Vollauslastung.

Nachdem der europäische und der japanische Markt REC Solar bereits glänzende Geschäfte bescheren, hofft das Unternehmen nun auch in den USA auf stärkere Wachstumschancen. dpa

Nachdem der europäische und der japanische Markt REC Solar bereits glänzende Geschäfte bescheren, hofft das Unternehmen nun auch in den USA auf stärkere Wachstumschancen.

DüsseldorfEuropas größter Solarmodulhersteller REC Solar sieht in Übersee neue Wachstumschancen. Nachdem der norwegische Konzern in den USA im zweiten Quartal lediglich Module mit einer Leistung von 16 Megawatt (MW) verkaufte, sichert ein jüngst unterzeichneter Vertrag mit SolarCity nun die Lieferung von 100 bis 240 MW bis Ende kommenden Jahres zu. „Wir sehen eine sehr gute Zukunft für uns in den USA“, sagte Vorstandsmitglied Luc Grare am Donnerstag im Reuters-Interview. Die in Kalifornien anässige SolarCity ist eine Firma des Unternehmers Elon Musk, der den Elektroautohersteller Tesla Motors gegründet hat. Die USA gilt in der Solarenergie als Entwicklungsland. Marktführer ist dort First Solar.

In Europa hat REC Solar die Nase vorn - und die angeschlagene Solarworld hinter sich gelassen. REC arbeite unter Vollauslastung und werde seine gesamten Jahreskapazitäten von 940 MW absetzen, erklärte Grare. Solarworld-Chef Frank Asbeck hatte sich für 2014 einen Absatz von 820 MW auf die Fahne geschrieben. Von den rund 230 MW im zweiten Quartal produzierten REC-Solarmodulen gingen 62 MW nach England und 51 MW nach Deutschland. Als weiteren bedeutenden Markt nannte Grare Japan, wo der Konzern 58 MW verkaufte.

Getrieben von der chinesischen Konkurrenz bleibt aber unverändert der Preisdruck eine Herausforderung. Zwar stabilisierten sich die Preise, allerdings seien sie im zweiten Quartal nochmals um 4,5 Prozent gesunken, sagte Grare. Daher habe neben dem Kapazitätsausbau die Kostenreduzierung oberste Priorität.

Was der Koalitionsvertrag der Energiebranche bringt

Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Bis Ostern, Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat bis Sommer 2014. Bis zum Jahr 2035 wird ein Ökostromanteil von 55 bis 60 Prozent angestrebt. Die Union hatte zuvor auf 50 bis 55 Prozent bis 2030 plädiert, die SPD hatte 75 Prozent als Ziel für 2030 genannt.

Windkraft

Das bis 2017 befristete Modell mit einer Anfangsvergütung von 19 Cent je Kilowattstunde über einen Zeitraum von acht Jahren soll um zwei Jahre bis Ende 2019 verlängert werden, um das Ziel von 6500 Megawatt bis 2020 zu schaffen. Bis 2030 wird das Ausbauziel auf 15 000 Megawatt begrenzt. Bei Windrädern an Land werden Fördersätze gesenkt, effiziente Standorte bevorzugt.

Abstandsflächen

Die Länder sollen bestimmte Mindestabstände im Baugesetzbuch zwischen Wohngebieten und Windrädern festlegen können. Das könnte letztlich bis zu zwei Kilometer Abstand bedeuten.

Kostenbremse

Für bereits angeschlossene Wind-, Biomasse- und Solaranlagen gilt Bestandsschutz. Sie bekommen weiter 20 Jahre lang feste Vergütungen für ihren Strom. Bei neuen Anlagen wird gekürzt.

Industrie-Rabatte

Die umstrittenen Ausnahmen für stromintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage sollen fortgeführt und europarechtlich wasserdicht gemacht werden.

Strommarkt

Konventionelle Kraftwerke mit Kohle und Gas seien „auf absehbare Zeit unverzichtbar“. Die Betreiber könnten Subventionen erhalten, um derzeit unrentable Anlagen am Netz zu halten. Dazu heißt es: „Es ist mittelfristig ein Kapazitätsmechanismus zu entwickeln (...).“

Atomausstieg 2022

Daran wird nicht gerüttelt. Neue bundesweite Endlagersuche, eine Kommission erstellt zunächst die Grundlagen. Der Rechtsstreit zwischen Bund und Land Niedersachsen um den alten Standort Gorleben soll einvernehmlich geklärt werden.

Fracking

Die unkonventionelle Gasförderung soll in Deutschland vorerst nicht genehmigt werden. Die Risiken der Technik sollen geprüft werden.

Klimaschutz

Union und SPD bekennen sich zum Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2020 (im Vergleich zu 1990). In der EU will die Koalition sich für ehrgeizigere Ziele bis 2030 einsetzen, ein fester Zielwert fehlt.

Energie-Effizienz

Bis 2020 soll der Stromverbrauch weiter um zehn Prozent gesenkt werden. Geplant sind Förderprogramme, etwa mehr Geld für die Gebäudesanierung.

Im zweiten Quartal setzte REC Solar 175 Millionen Dollar und damit etwa so viel wie im ersten Quartal um. Operativ vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg der Gewinn auf 16,1 Millionen Dollar nach 10,7 Millionen zum Jahresbeginn. Vorjahreszahlen nannte REC Solar nicht. Die Firma hatte sich im Herbst vergangenen Jahres vom Mutterkonzern REC abgespalten und war mit dem Solargeschäft an die Börse gegangen. Die Firma beschäftigt 1600 Mitarbeiter - 1500 davon arbeiten in der Produktion in Singapur. Dort sollen die Kapazitäten bis 2015 für 70 Millionen Dollar auf 1,4 Gigawatt ausgebaut werden.

Von

rtr

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