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29.12.2015

11:55 Uhr

Neujahrsgrüße

Wie viel der Strom für WhatsApp kostet

Für den einen Pflichtprogramm, für den anderen eine Herzensangelegenheit sind Neujahrsgrüße in der Silvesternacht. Mehr als zwei Milliarden davon werden in Deutschland verschickt. Eon hat berechnet, wie viel das kostet.

Wie viel kostet der Strom für die Neujahrsgrüße? dpa

Silvester-Feuerwerk

Wie viel kostet der Strom für die Neujahrsgrüße?

MünchenMehr als zwei Milliarden Neujahrsgrüße werden nach Berechnungen des Energieversorgers Eon in der Silvesternacht in Deutschland verschickt. Dafür fielen Energiekosten in Höhe von rund 4000 Euro an, gemessen am Akkuverbrauch eines Smartphones der neusten Generation.

„Damit können die Deutschen kostengünstig ihren Freunden und Bekannten einen guten Rutsch wünschen“, sagte Eon-Geschäftsführer Uwe Kolks laut einer in München verbreiteten Mitteilung. Laut einer repräsentativen Umfrage gehen die meisten Menschen in Deutschland von viel höheren Kosten aus.

Die WhatsApp-Alternativen

Marktführer mit Image-Problem

Whatsapp ist in Deutschland und vielen anderen Ländern uneingeschränkter Marktführer in Sachen Instant Messaging. Trotzdem steht der Dienst, den Facebook gekauft hat, immer wieder in der Kritik: Zum einen wegen verschiedener Datenpannen, zum anderen wegen der Übernahme.

Herausforderer aus Japan...

In Japan ist der Dienst Line sehr beliebt, weltweit hat er rund 470 Millionen Nutzer. Die Anwendung ist kostenlos, Geld verdienen die Betreiber mit Werbung sowie dem Verkauf von Spielen und virtuellen Stickern.

... und auch aus China

Das chinesische Pendant von Whatsapp heißt Wechat. Die App hat mittlerweile auch außerhalb des Landes zahlreiche Nutzer gewonnen, im Mai 2014 waren es mehr als 800 Millionen. Ähnlich wie Line schaltet auch Wechat Werbung und verkauft virtuelle Sticker. In der Kritik ist die App, weil sie angeblich auf Geheiß der chinesischen Regierung bestimmte Inhalte ausfiltert.

Skype ist noch im Rennen

Skype, inzwischen eine Tochterfirma von Microsoft, hat eine treue Nutzergemeinde. Der Dienst bietet neben Videotelefonaten ebenfalls Chats an, die auch auf dem Smartphone funktionieren – damit steht er ebenfalls in Konkurrenz zu WhatsApp. Nach eigenen Angaben nutzen Skype mehrere Hundert Millionen Menschen, 2013 waren es bereits rund 300 Millionen.

Viber steigt ins Rennen ein

In Deutschland wenig bekannt ist Viber – trotzdem ist der Dienst aus Zypern viel wert: Das japanische Unternehmen Rakuten kaufte ihn im Februar 2014 samt der damals 300 Millionen Nutzer für 900 Millionen Dollar. Mit der App können Nutzer nicht nur chatten, sondern auch telefonieren.

Apps mit mehr Datenschutz

Einige App-Anbieter wollen mit Datenschutz punkten. Neben Threema zählt dazu auch der Chat-Dienst Telegram. Beide verschlüsseln den Datenverkehr auf dem gesamten Weg. Verbraucherschützer kommen allerdings zu einem durchwachsenen Fazit: Während die Stiftung Warentest Threema gute Noten gibt, sieht sie bei Telegram Schwächen, etwa ein fehlendes Impressum und die automatische Übernahme aller Adressbucheinträge.

Die Ladekosten eines durchschnittlichen Smartphone-Akkus betragen den Angaben zufolge im Jahr weniger als zwei Euro. Um einen vollständig geladenen Akku einmal komplett zu entladen, müssten rund 1600 Nachrichten über den Messengerdienst WhatsApp verschickt werden.

Viele Menschen in Deutschland schätzen die Energiekosten einer repräsentativen Umfrage des Instituts Yougov zufolge falsch ein. Jeder zweite Deutsche vermochte sie demnach gar nicht zu nennen. Bei den anderen gingen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) von mehr als 10.000 Euro für die verschickten Silvesterbotschaften aus. Fast jeder Dritte darunter schätzte den Energieverbrauch sogar auf mehr als 50.000 Euro.

Hinweis: Bei der Berechnung wurden ausschließlich die Energiekosten für den Versand und dem damit verbundenen Datenvolumen berücksichtigt. Als Rechnungsgrundlage diente den Eon-Angaben nach der Akkuverbrauch durchschnittlicher Smartphones. Die Anzahl der in Deutschland verschickten WhatsApp-Nachrichten ergebe sich aus der Anzahl der WhatsApp-Nutzer in Deutschland und den weltweit verschickten Nachrichten an Silvester.

WhatsApp – der kleine Haken-Guide

Ein grauer Haken

... ist zu sehen, wenn die Nachricht verschickt wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Eine Aussage zum technischen Status oder gar zum Verhalten des Empfängers ist damit nicht verbunden. Handy des Empfängers ausgeschaltet, Handy aktuell ohne Datenempfang, App ist auf dem Handy nicht gestartet – alles ist möglich.

Zwei graue Haken

... symbolisieren, dass die Nachricht verschickt wurde und auch beim Empfänger auf dem Gerät angekommen ist. Diesen Status kann WhatsApp aber nur dann vergeben, wenn die App auf dem Gerät des Empfängers auch – und sei es nur im Hintergrund – läuft. Angeschaut hat der Empfänger sie dann in der App aber noch nicht.

Zwei blaue Haken

... bieten Gewissheit: Die Nachricht ist nicht nur verschickt und zugestellt worden. Der Empfänger hat die App danach auch geöffnet, sich die Nachricht angesehen – und damit allergrößter Wahrscheinlichkeit nach auch (zu Ende?) gelesen.

Der Haken mit den Haken

... ist folgender: Auch wenn nur ein grauer Haken (Bestätigung des Versands) angezeigt wird, kann der Empfänger die Nachricht gelesen haben. Denn ist sie sehr kurz und der Adressat erhält WhatsApp-Nachrichten in seinem Sperrbildschim angezeigt (eine Frage der persönlichen Konfiguration), ist sie bereits dort möglicherweise bereits vollständig zu lesen. Gleiches gilt im Prinzip für zwei graue Haken: Auch in diesem Fall hat der Empfänger die Nachricht möglicherweise bereits im Sperrbildschirm gelesen.

Von

dpa

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