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15.05.2013

16:54 Uhr

Nordhessischer Solartechnikhersteller

SMA Solar prüft weiteren Stellenabbau

Die Krise der deutschen Solarbranche geht auch am Wechselrichterhersteller SMA nicht spurlos vorbei. Weitere Mitarbeiter müssen um ihre Stellen fürchten. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Das Firmenschild des nordhessischen Solartechnikherstellers SMA Solar. Das Unternehmen schreibt rote Zahlen und will deshalb weitere Stellen abbauen. dpa

Das Firmenschild des nordhessischen Solartechnikherstellers SMA Solar. Das Unternehmen schreibt rote Zahlen und will deshalb weitere Stellen abbauen.

NiestetalDer nordhessische Solartechnikhersteller SMA Solar schreibt rote Zahlen und prüft deshalb, weitere Stellen abzubauen. Eine mögliche Größenordnung nannte das Unternehmen mit derzeit rund 5000 Mitarbeitern weltweit auf Anfrage von Handelsblatt Online am Mittwoch nicht. In den nächsten Wochen will das Management darüber mit dem Betriebsrat verhandeln. Es gehe aber in erster Linie um Jobs in Deutschland, sagte eine Sprecherin der im TecDax notierten Gesellschaft in Niestetal bei Kassel der Nachrichtenagentur dpa.

Zu Jahresbeginn litt SMA Solar weiter unter der Krise der deutschen Solarbranche. Von Januar bis März brachen Erlöse und Gewinn ein. Der Umsatz schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte auf 212,3 Millionen Euro. Der hohe Preisdruck führte unter dem Strich zu einem Minus von 5,8 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2012 hatte das Unternehmen noch knapp 30 Millionen Euro verdient.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Den starken Umsatzrückgang könne das Unternehmen nicht allein mit den bereits laufenden Sparmaßnahmen auffangen, hieß es mit Blick auf die geplanten zusätzlichen Stellenstreichungen. Schon im vergangenen Herbst hatte SMA Solar einen Personalabbau eingeleitet. Das Unternehmen gab seinerzeit bekannt, sich von 450 seiner damals gut 5500 Mitarbeiter und von 600 Zeitarbeitern zu trennen. SMA Solar ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solaranlagen.

Kommentare (5)

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Wut

15.05.2013, 16:31 Uhr

Die deutsche Solarindustrie muss endlich lernen, attraktive, günstige und einfache Photovoltaik-Gesamtpakete mit Speichermöglichkeiten anzubieten. Angesichts stetig steigender Strompreise überlegen sich viele in meiner Bekanntschaft, sich eine Photovoltaikanlage und Solarspeicher installieren zu lassen, um den überschüssigen Strom zu speichern. Allerdings sind besonders die Akkus hirnrissig teuer. Wenn jemand aus der Solarbranche dies liest, hätte ich gerne die Frage beantwort, warum Privatkunden für Lithium-Ionen Akkus und für Bleiakkus das Doppelte wie Industriekunde zahlen müssen. Das ist durch nichts gerechtfertigt. Wenn die Solarindustrie ihre Kunden weiter verarscht und keine fairen Preise anbietet, braucht sie sich nicht wundern, wenn die Firmen reihenweise pleite gehen!

anonym

15.05.2013, 18:27 Uhr

Die ehemalige Siemens(NSN-Frau) ist angekommen!

Account gelöscht!

16.05.2013, 21:04 Uhr

Hallo "Wut",
Photovoltaik-Gesamtpakete mit Speichermöglichkeiten sind ein alter Hut und werden seit Jahrzehnten in Inselanlagen wie Reisemobile, Yachten, Berghütten, für informationstechnische Linien an Autobahnen etc. genutzt. Wegen des geringen Nutzen sind sie nur in Inselsystem ohne Netzanschluss sinnvoll. Um die Massenproduktion anzukurbeln, sind wie bei EEG-Anlagen erneute und hohe Subventionen notwendig. Und sollte es dann mal zu einer subventionierten Massenproduktion kommen, dann wird auch China wieder die Nase vorne haben. Chinesen können genau so gut produzieren wie wir, aufgrund ihres volkswirtschaftlichen Systems aber preiswerter. Zudem können sie genau so gut, oder getragen mit dem 1,34 Milliarden-Volk sogar noch besser als wir, subventionieren. Deutschland hat nur 82 Mill. Menschen, ein großer Teil davon in Richtung Altersarmut und Demenz.

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