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04.11.2013

12:35 Uhr

Ökostromanbieter

Der Kampf der Pioniere

VonDana Heide

Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt für Ökostrom. Leidtragende sind Pioniere wie Lichtblick und Naturstrom: Sie müssen sich etwas einfallen lassen, um es mit der wachsenden Konkurrenz aufzunehmen.

Windanlage in Niedersachsen: 6,4 Millionen Ökostrom-Kunden im Jahr 2017. dpa

Windanlage in Niedersachsen: 6,4 Millionen Ökostrom-Kunden im Jahr 2017.

DüsseldorfEigentlich müssten sich Ökostromanbieter wie Naturstrom, Lichtblick und EWS Schönau freuen. Heute wollen weit mehr Menschen für grünen Strom bezahlen als noch zu den Gründungszeiten der Ökopioniere. Doch das Wachstum hat sich abgeschwächt – und der ehemalige Nischenmarkt ist inzwischen hart umkämpft.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Trend Research wird die Zahl der Ökostromkunden bis zum Jahr 2017 auf 6,4 Millionen ansteigen. 2011, im Jahr der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, war sie innerhalb weniger Monate um eine Million auf 5,5 Millionen in die Höhe geschnellt. Derzeit liegt sie laut einer Erhebung des Fachblatts „Energie und Management“ bei knapp fünf Millionen Privat- und Gewerbekunden.

Die meisten Kunden kaufen ihren Ökostrom immer noch bei reinen Ökostromanbietern. Marktführer ist das Hamburger Unternehmen Lichtblick mit 485.000 Kunden, auf dem zweiten Platz folgt der Mainzer Ökostromanbieter Entega mit 376.000 Kunden.

Doch den Ökostromanbietern laufen die Kunden davon. Lichtblick verlor von 2011 zu 2012 rund 10.000 Privatkunden. Und der Düsseldorfer Konkurrent Naturstrom, der seit 1998 ausschließlich Ökostrom verkauft, wächst schwächer als noch vor einiger Zeit. Während das Unternehmen laut eigenen Angaben seine Kundenzahl von 2008 bis 2011 stets verdoppelte, konnte es 2012 nur 16.000 neue Kunden hinzugewinnen. In diesem Jahr wachse man weiter ungefähr auf Vorjahresniveau und liege aktuell bei über 240.000 Haushalts- und Gewerbekunden, heißt es vom Unternehmen.

Auch der 1999 gegründete Ökostromanbieter Greenpeace Energy stagniert nahezu. Zwar stieg die Anzahl seiner Kunden noch von 2011 zu 2012 um 3.000 auf 111.000 Kunden, laut den jüngsten Angaben hat die Firma derzeit jedoch nur noch 110.000 Kunden. Den größten Schwund musste Entega, Neuzugang unter den reinen Ökostromanbietern, hinnehmen. 2011 hatte das Unternehmen noch 430.000 Kunden – und damit 54.000 mehr als aktuell.

Kommentare (10)

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HofmannM

04.11.2013, 13:20 Uhr

Die Menschen wollen nicht mehr zahlen für den Strom! Die Bürger wird per Zwangs-EEG der Luxusstrom vordiktiert. Ich würde gerne meine Strom auch Tschechien oder Frankreich beziehen wollen. Und das zu einen Preis von 12ct/kwh. Das darf ich aber per Gesetz nicht! Ich muss für den teuren und bald unbezahlbaren Traum der Ökoterroristen den Zwangs-EEG-Strom kaufen! Das hat mit wollen und freie Wahl nichts mehr zu tun! Das ist Ökoterror auf Kosten des deutschen Wohlstand/Leben!

Kritiker

04.11.2013, 13:40 Uhr

Laut Spiegel fordern Klimaforscher eine Renaissance der Kernkraft !!!

Account gelöscht!

04.11.2013, 13:50 Uhr

@HofmannM
Weder die Tschechen noch die Franzosen wollen Ihnen den über Steuer subventionierten Strom verkaufen. Sie zahlen ihre Steuer ja auch hier in Deutschland, nehme ich an.
Was der Atomstrom kostet sieht man ja in England - da gibt's 12 Cent Einspeisevergütung mit Inflationsausgleich über 35 Jahre vom Staat. Verkauft wird er dann wahrscheinlich für's mehr als das Doppelte.
Da der Energiekommissar Öttinger (sicher kein Ökoterrorist) jetzt noch die fehlende Haftpflicht für Atomkraftwerke einführen will ist Atomstrom schlicht und ergreifend unbezahlbar!

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