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13.02.2014

15:51 Uhr

Ökostromsubvention

Energie-Reform könnte Bahnfahren teurer machen

VonDana Heide

Wirtschaftsminister Gabriel will den Schienenverkehr stärker an den Energiewende-Kosten beteiligen. Das könnte Bahnfahren teurer machen, warnen Verbraucherschützer. Die Mehrbelastung für die Unternehmen wäre erheblich.

Kartenautomat der Bahn im Münchener Hauptbahnhof: Im Jahr 2018 200 Millionen Euro Ökostromsubvention. dpa

Kartenautomat der Bahn im Münchener Hauptbahnhof: Im Jahr 2018 200 Millionen Euro Ökostromsubvention.

DüsseldorfDie Pläne der Bundesregierung, die Deutsche Bahn und andere Verkehrsunternehmen bei der Finanzierung der Energiewende stärker zur Kasse bitten, bringen Verbraucherschützer auf die Barrikaden. Wenn Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit seinen Plänen zur Reform des Energierechts durchsetzt, würden Bahnfahrer „im Vergleich zu Autofahrern finanziell bestraft“, warnten die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Verband Allianz pro Schiene unisono am Donnerstag.

Bereits in diesem Jahr müssen die Deutsche Bahn und andere Bahn- und Straßenbahngesellschaften aufgrund neuer Berechnungsgrundlagen fast das doppelte an Ökostromsubventionen zahlen wie im Vorjahr. 2013 waren es noch 58 Millionen Euro, in diesem Jahr werden es schon 100 Millionen Euro sein, mit denen sich allein die Deutsche Bahn an der Energiewende beteiligen soll. Wenn Gabriel seine Reformpläne wahrmacht, könnten es im Jahr 2018 schon 200 Millionen Euro sein, heißt es von Brancheninsidern.

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Fast 2100 Firmen müssen keine Ökostrom-Zulage zahlen. In diesem Jahr sind Hunderte Firmen dazugekommen – kleine und große Betriebe. Fast jede fünfte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde ist mittlerweile EEG-befreit.

Der Referentenentwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass der Schienenverkehr stufenweise immer mehr von der Ökostromsubvention, der sogenannten EEG-Umlage, zahlen soll. Im nächsten Jahr sollen es 15 Prozent von dem sein, was auch alle anderen zahlen müssen. Bis zum Jahr 2018 soll der Satz auf 30 Prozent steigen.

Bisher müssen Schienenbahn-Unternehmen nur 0,05 Cent EEG-Umlage pro Kilowattstunde zahlen – ein Klacks im Vergleich zu den 6,24 Cent, die etwa Privatverbraucher derzeit aufwenden müssen.

Bereits im Januar hatte Bahnchef Rüdiger Grube damit gedroht, die Ticketpreise zu erhöhen, falls sein Unternehmen eine höhere Umlage zahlen müsste. „Wenn die Bahn künftig die volle Umlage zahlen muss, kommen Ausgaben von ungefähr 500 Millionen Euro auf uns zu“, sagte er. „Die zusätzliche Belastung würde sich auf die Fahrpreise mit einer Erhöhung von um die zehn Prozent niederschlagen.“

Kommentare (2)

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Quarktasche

13.02.2014, 16:45 Uhr

Das heißt also im Umkehrschluss, dass die Regierung nicht am CO2-Ausstoß und der Umwelt interessiert ist, sondern eigentlich nur am Geld.

SteuerKlasseEins

13.02.2014, 20:55 Uhr

Nahezu alles an der Energiewende dient dazu, eine Elektrifizierung (z.B. von Heizungen, Industrieprozessen, Autos, Zügen) zu teuer zu machen, und anstelledessen Öl und Gas als Energiequellen der "Zukunft" zu puschen. Bleibt nur die Frage, ob das alles wirklich Inkompetenz und Zufall ist, oder ob Merkel und Co. das ganz bewußt so geplant haben.

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