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17.04.2015

12:15 Uhr

Ökostromumlage

Stromfresser müssen mehr zahlen

VonDana Heide

Auch solche Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, müssen sich finanziell stärker am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligen. Ihre Rabatte bei der Ökostromumlage sinken in diesem Jahr.

Auch das Unternehmen ist teilweise von der EEG-Umlage befreit. dpa

Auch das Unternehmen ist teilweise von der EEG-Umlage befreit.

BerlinDie stromintensive Industrie muss in diesem Jahr mehr für die Ökostromförderung bezahlen. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hervor. Demnach werden die Unternehmen im Jahr 2015 voraussichtlich 630 Millionen Euro EEG-Umlage zahlen. Im vergangenen Jahr waren es nur 370 Millionen Euro. Die Zahlen berechnet das Bafa auf Basis der genehmigten Anträge für Ausnahmen von der EEG-Umlage.

„Im Industriebereich ist die privilegierte Strommenge im Vergleich zum Vorjahr gesunken“ erklärte Arnold Wallraff, Präsident des Bafa. So werde die Industrie in diesem Jahr 300 Mio. Euro weniger von der EEG-Umlage entlastet als noch 2014. Insgesamt beträgt die Entlastung 2015 4,8 Mrd. Euro.

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die sogenannte Besondere Ausgleichsregelung zuletzt vor der EU-Kommission erfolgreich verteidigt, die Bedingungen für deren Inanspruchnahme allerdings mit der EEG-Reform erschwert. Viele Unternehmen sind auf die Ermäßigungen angewiesen. Das betonte auch Bafa-Chef Wallraff im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Etwa jedes vierte Unternehmen, dem heute eine Entlastung gewährt werde, wäre ansonsten sofort pleite.

Das Bafa veröffentlicht jedes Jahr eine Auflistung aller Unternehmen, die in den Genuss der Ausnahmeregelung kommen. Sie ist auf der Internetseite des Amtes abrufbar. Insgesamt stieg die befreite Strommenge leicht, das sei auf die neuerdings befreiten Schienenbahnen zurückzuführen, sagte Wallraff gegenüber der „FAZ“.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

17.04.2015, 13:04 Uhr

"Stromfresser"...wer so eine Propagandaschrift wählt, der hat von der Volkswirtschaft und der Basis unseres sozialen Wohlstand nicht die geringste AHNUNG!
Unser sozialer Wohlstand basiert auf STROM. Um so mehr Strom wir Einsetzen (Verbrauchen) um so besser für unseren sozialen Wohlstand. Ihr "Grün-Sozialistische" Medien wollt E-Autos auf den deutschen Straßen aber schreibt so einen Bullshit wie...."Stromfresser" müssen mehr zur Kasse gebeten werden. Die sog. Erneuerbaren Energien "Wind, Sonne, Biomasse" prodzuieren immer mehr Strom, der überhaupt nicht verbraucht werden kann....was soll da der Schwachsinn von "Stromfresser"??? In Zukunft werden die Windmüller und Sonnanbeter froh sein, dass diese für ihren Überflussstrom genügend "Stromfresser" (Verbraucher) haben. MERKE: Wo kein Verbrauch, da keine Erzeugung - Wo keine Erzeugung, da kein Verbrauch!
In einer sozialen Volkswirtschaft gibt es keine "Stromfresser", weil Strom die Basis für unseren Wohlstand = soziale Volkswirtschaft ist!
Wer Strom rationieren und verteufel, der will nicht das "WOHL einer Gesellschaft", sondern dessen "Massiven Schaden"!

Account gelöscht!

17.04.2015, 13:25 Uhr

Deutschland zerstört selbst seine Industrie und damit die Basis für unseren Wohlstand. Das EEG ist ein Gesetz zur Zerstörung, zur Vernichtung und zur Verarmung.


Frau Merkel wird als die Kanzlerin des ökonomischen Selbstmordes in die Geschichtsbücher eingehen. Wann kehrt in Deutschland wieder Vernunft ein?

Herr Holger Narrog

17.04.2015, 14:06 Uhr

Der Artikel basiert auf der ökosozialistischen Kommunikation dass die pöse Industrie abgelöst von der Gesellschaft die Kosten der diversen staatlichen Regulierungen und Steuern trägt und die Menschen nichts damit zu tun haben.

Da Unternehmen keine himmlischen Konten haben müssen diese alle Kosten zzgl. Gemeinkosten und Gewinn beim Kunden erwirtschaften. Dass bedeuted, dass alle staatlichen Auflagen, Schikanen und ökoreligiösen Aufwendungen mit Aufschlag an die Mitmenschen weitergereicht werden.

Energieintensive Unternehmen stehen hierzulande meist im internationalen Wettbewerb. Da die Unternehmen anderer Länder die Belastung aus einer auf ökoreligiösen Visionen beruhenden Stromversorgung meist nicht kennen geraten die Deutschen Wettbewerber ins Hintertreffen. Diese können versuchen bei den eigenen MA zu sparen, Ausnahmeregeln, Subventionen, oder eine Abschottung suchen, oder still und leise auf Investitionen verzichten und die Produktion beim nächsten Branchen-/Wirtschaftseinbruch stilllegen.

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