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29.01.2016

09:14 Uhr

Öl und Gas

Preisverfall hinterlässt bei OMV tiefe Spuren

Der Energiekonzern OMV korrigiert erneut seine Erwartungen für die nächsten Jahre. Wegen des niedrigen Ölpreises schreiben die Österreicher 1,5 Milliarden Euro auf Vermögenswerte ab.

Der niedrige Ölpreis belastet den österreichischen Konzern. Reuters

OMV

Der niedrige Ölpreis belastet den österreichischen Konzern.

DüsseldorfDie anhaltende Schwäche des Ölpreises setzt den österreichischen Erdöl- und Gaskonzern OMV zunehmend unter Druck. Erneut strich der Konzern seine Erwartungen für den Ölpreis in den kommenden Jahren zusammen und nahm eine Wertminderungen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro auf Vermögenswerte vor, wie OMV am Freitag mitteilte. Zusätzlich sei ein Sonderaufwand in Höhe von 300 Millionen Euro gebildet worden. Dieser sei aufgrund einer Überprüfung der Langzeit-Geschäftsannahmen für den Gasmarkt erforderlich.

Für 2016 rechnet OMV nun nur noch mit einem Preis für das richtungsweisende Brent -Öl aus der Nordsee von 40 (zuvor: 55) Dollar je Barrel. Für 2017 wurde die Erwartung auf 55 (zuvor: 70) Dollar je Barrel reduziert und für 2018 auf 65 (zuvor: 80) Dollar.

OMV spürt wie die gesamte Branche den Ölpreisverfall. Reagiert hat sie darauf bereits mit einer Kürzung von Investitionen sowie einem Sparprogramm. Wegen der weltweiten Überproduktion hat sich dieser Rohstoff seit Mitte 2014 um etwa 70 Prozent verbilligt. Am Freitag kostete ein Barrel (Fass zu 159 Liter) knapp 35 Dollar.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Von

rtr

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