Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.12.2013

11:24 Uhr

Öl- und Gasbranche

OMV trennt sich von Bayernoil

OMV treibt seinen Konzernumbau voran: Ein Bieterkonsortium soll die Anteile an der Raffinerie Bayernoil übernehmen. Die der österreichische Öl- und Gaskonzern will sich so Luft verschaffen.

Er will seinen Konzern weiter umbauen: Gerhard Roiss, Vorstandsvorsitzender des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV. Reuters

Er will seinen Konzern weiter umbauen: Gerhard Roiss, Vorstandsvorsitzender des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV.

WienDie OMV verkauft ihre Beteiligung an der Raffinerie Bayernoil. Damit macht sich der österreichische Öl- und Gaskonzern unabhängiger von dem schwankungsanfälligen Geschäft mit der Produktion von Treibstoffen und Heizöl. Käufer des 45-Prozent-Anteils ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Ölhändlers Vitol und des Finanzinvestors Carlyle mit dem Namen Varo Energy, wie die OMV am Donnerstag mitteilte. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Transaktion ist der wichtigste Teil des eine Milliarde Euro schweren Verkaufsprogramms der OMV. Konzern-Chef Gerhard Roiss hatte bereits Anfang Oktober im Interview mit Reuters angekündigt, den Verkauf noch vor Jahresende über die Bühne bringen zu wollen. OMV hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2014 Teile seines Tankstellennetzes und die Raffineriebeteiligung zu veräußern. Neben dem Anteil an dem Raffinerieverbund übernimmt Varo Energy die dazugehörenden Vorräte, das Großkundengeschäft und eine Bitumenanlage, bei der das unter anderem in der Bauwirtschaft eingesetzte Material aus Erdöl gewonnen wird.

Im Raffineriegeschäft hatten OMV zuletzt wie vielen Konkurrenten die branchenweiten Überkapazitäten zu schaffen gemacht. In den Anlagen wird Rohöl zu Kraftstoffen für Autos und Flugzeuge oder Heizöl weiterverarbeitet. Allerdings ist die Nachfrage wegen der Wirtschaftskrise in Europa zuletzt gesunken.

Die bestehenden Raffinerien sind daher nicht ausgelastet und manche kämpfen ums Überleben. Einige Firmen mussten bereits Standorte schließen. Mit dem Verkauf fährt OMV ihre Kapazitäten in dem Bereich um ein Fünftel zurück. Sie besitzt nun noch drei Raffinerien in Österreich (Schwechat), Süddeutschland (Burghausen) und Rumänien (Petrobrazi). An diesen Standorten will der Konzern festhalten.

Für einen Abschluss des Geschäfts benötigt die OMV noch grünes Licht von den Kartellwächtern. Zudem haben die anderen Eigentümer der Raffinerie ein Vorkaufsrecht. Dazu zählen der italienische Energiekonzern Eni und der britische Ölriese BP. Mit ihrem Einverständnis soll der Verkauf im kommenden Jahr über die Bühne gebracht werden.

Nach der Trennung will sich die OMV verstärkt auf das renditeträchtigere Geschäft mit der Förderung von Öl und Gas konzentrieren. Um das zu erreichen, haben sich die Österreicher vor Kurzem für 2,65 Milliarden Dollar an Ölfeldern in der Nordsee beteiligt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×