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22.07.2013

16:01 Uhr

Ölfeld-Ausrüster

Erdgasboom belastet Halliburton

Die US-Energiewirtschaft setzt auf Gas. Durch das Fracking werden immer neue Quellen erschlossen. Das belastet die Bilanz für Ölfeldtechnikproduzent Halliburton. Die Aktie legt dennoch zu.

Ölfelder sind out - das verdirbt Halliburton die Bilanz. Reuters

Ölfelder sind out - das verdirbt Halliburton die Bilanz.

San FranciscoDer Erdgasboom in den USA hat dem weltweit zweitgrößten Ölfeld-Ausrüster Halliburton einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Überschuss sank im zweiten Quartal um acht Prozent auf 679 Millionen Dollar, wie der US-Konzern am Montag mitteilte. Dank florierender Geschäfte im Ausland konnte der Rivale des amerikanischen Branchenprimus Schlumberger aber dennoch die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die Anleger zeigten sich daher mit dem Ergebnis zufrieden: Die Aktie legte vorbörslich rund zwei Prozent zu.

Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar und damit das fünfte Quartal in Folge. Halliburton sei daher zunehmend optimistisch, erklärte Konzernchef Dave Lesar. Deswegen habe das Unternehmen aus dem texanischen Houston auch sein seit sieben Jahren laufendes Programm zum Aktienrückkauf um weitere 4,3 Milliarden Dollar aufgestockt - und somit fast verdreifacht.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

In den USA zeigten die Ölfeld-Geschäfte erste Anzeichen einer Erholung, hieß es weiter. Dort hatte der Schiefergas-Boom den Markt zuletzt kräftig durcheinandergewirbelt. Denn die USA setzen verstärkt auf das umstrittene "Fracking", mit dem Gasvorkommen in der Erde mit Hilfe von Chemikalien gewonnen werden. Auch Schlumberger hatte am Freitag mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen übertroffen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.07.2013, 16:31 Uhr

Die gefrackten Erdgas-Quellen machen nach äußerst kurzer Zeit "schlapp". Das wird sich bald auch bis in den Mainstream durchsprechen und dann ist die ganze schöne Fracking-Bubble in den USA und der damit proklamierte Aufschwung (USA als Saudi-Arabien der Gas-Zukunft) am Ende. Die Kurse der Fracking-Spezialisten deuten es schon an - die Insider wollen raus.

Was Europa angeht, so gibt es bessere -konventionelle - Gasquellen, z.B. im östlichen Mittelmeer, u.a. Griechenland.
Das paßt den Anglo-Amerikanischen Energie-Multis und ihren Regierungen derzeit aber noch nicht in den Kram. U.a. muß in dieser Region erst mal "aufgeräumt" werden. Die Eingeborenen des östlichen Mittelmeers glauben nämlich tatsächlich, das Erdöl unter ihrem Meer gehöre Ihnen und nicht den Multis.
Deshalb wurden schon eine Reihe Regierungen entfernt. Es folgen wohl weitere.

Überblick über Gas im östlichen Mittelmeer
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

Gesamtproblematik:
Peak-Öl, Abiotisches Öl (spricht hier auch kurz die Gasvorkommen des Mittelsmeers an), Frackingblase

http://www.youtube.com/watch?v=HhP4wrnAWFM&feature=player_embedded

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