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03.10.2013

13:10 Uhr

Ölkatastrophe

BP wendet Zahlungen vorerst ab

Der britische Öl-Konzern hat einen juristischen Erfolg errungen. Die Entschädigungszahlungen an nicht unmittelbar von dem Unglück im Golf von Mexiko Betroffene dürfen vorerst eingestellt werden.

Im Golf von Mexiko brannte 2010 die Ölplattform „Deepwater Horizon“. dpa

Im Golf von Mexiko brannte 2010 die Ölplattform „Deepwater Horizon“.

LondonDer britische Ölkonzern BP hat in Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 einen juristischen Sieg errungen. Das Unternehmen begrüßte in der Nacht zum Donnerstag den Beschluss eines US-Berufungsgerichts in New Orleans, wonach Entschädigungszahlungen an nicht unmittelbar durch das Unglück Betroffene bis zur weiteren gerichtlichen Klärung zunächst eingestellt werden sollen. Im vergangenen Jahr hatte BP Strafzahlungen in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar (5,73 Milliarden Euro) an tausende geschädigte Menschen und Unternehmen vereinbart.

BP hatte sich aber gegen die Art gewandt, wie die Höhe der Entschädigung für betroffene Firmen berechnet wurde. Laut dem Konzern war ein Teil der berechneten Zahlungen an die Unternehmen unangemessen hoch. Das Berufungsgericht befand nun, dass die Zahlungen an Unternehmen, bei denen umstritten ist, ob sie tatsächlich unmittelbar durch das Ölleck geschädigt wurden, ausgesetzt werden sollten, bis ein untergeordnetes Gericht die Fälle überprüft hat.

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Die größte Umweltkatastrophe der USA

Die Explosion der vom BP-Konzern geleasten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 löste die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA aus. Bei dem Unglück starben elf Menschen, zwei weitere kamen später bei Rettungsarbeiten ums Leben.

Fatales Öl-Leck

Aus einem Leck in 1500 Meter Tiefe waren fünf Monate lang insgesamt bis zu 780 Millionen Liter Erdöl in den Golf von Mexiko gesprudelt. Bei Fischern und Anwohnern des Katastrophengebiets bleibt die Sorge um Spätschäden infolge des Öls und knapp sieben Millionen Liter chemischer Öl-Bekämpfungsmittel.

Verheerende Folgen

Mehr als 1000 Kilometer Küste in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida wurden verschmutzt. Hunderttausende Tiere wie Meeressäuger, Fische, Pelikane und Schildkröten starben an den Folgen. Die Tourismusbranche und Fischer aus der Region erlitten schwere Einbußen.

Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“

Die im Golf von Mexiko gesunkene Öl-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war auf die Erkundung von Tiefseevorkommen spezialisiert. Im September 2009 erreichte sie bei einer Bohrung im Meeresboden die Rekordtiefe von mehr als 10.600 Metern.

Tiefsee-Plattform

Die schwimmende Plattform konnte in bis zu 3000 Meter tiefen Gewässern eingesetzt werden. Sie wurde vom Tiefsee-Spezialisten Transocean betrieben und war für den britischen Ölkonzern BP im Einsatz.

Größer als ein Fußballfeld

Die 121 Meter lange und 78 Meter breite „Deepwater Horizon“ war größer als ein Fußballfeld. Sie wurde 2001 in Südkorea fertiggestellt und konnte auch in orkanartigem Sturm mit neun Meter hohen Wellen arbeiten.

Im Golf von Mexiko war am 20. April 2010 die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ explodiert. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. Es dauerte 87 Tage, bis BP das Leck schließen konnte. Weite Abschnitte der Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt. Der Wirtschaft in den betroffenen Gebieten entstanden Schäden in Milliardenhöhe.

Von

afp

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