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31.10.2013

11:44 Uhr

Ölkonzerne enttäuschen

Shell-Gewinn bricht um ein Drittel ein

Die Gewinne der Ölkonzerne Shell und Total gehen stark zurück. Grund sind vor allem die kleineren Margen im Raffineriegeschäft. Die Erwartungen der Analysten werden verfehlt – die Aktionäre strafen die Ölriesen ab.

Shell ist der europäische Branchenführer: Der Gewinn des Ölriesen ist im dritten Quartal um knapp ein Drittel auf 4,5 Milliarden Dollar gesunken. dapd

Shell ist der europäische Branchenführer: Der Gewinn des Ölriesen ist im dritten Quartal um knapp ein Drittel auf 4,5 Milliarden Dollar gesunken.

London/ParisDer Ölkonzern Shell hat im dritten Quartal vor allem das schwierige Raffinerie-Geschäft zu spüren bekommen. Der bereinigte Gewinn auf vergleichbarer Kostenbasis (CCS) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel auf 4,5 Milliarden US-Dollar (3,3 Mrd Euro), wie der Konzern am Donnerstag in London mitteilte. Analysten hatten mit deutlich mehr Gewinn gerechnet. Auch Europas drittgrößter Ölkonzern Total kämpft mit einem weiter schwachen Geschäft in der Weiterverarbeitung.

Höhere Kosten im Upstream-Geschäft, also der Erschließung und Förderung von Öl und Erdgas, haben ebenso belastet wie weiterhin bestehende Probleme im Förderland Nigeria. „Wir spüren Gegenwind von schwachen Gewinnmargen im Raffineriegeschäft in der ganzen Branche und durch die Sicherheitssituation in Nigeria, die auch den Ausblick für die nahe Zukunft trübt“, sagte Vorstandschef Peter Voser.

Die Probleme seien nur zum Teil durch bessere Chemie-Geschäfte und höhere Fördervolumina kompensiert worden, sagte Shell-Finanzvorstand Simon Henry. Als Dividende will Shell den Anteilseignern für das abgelaufene Quartal mit 45 US-Cent zwei Cent mehr ausschütten als im Vorjahreszeitraum. In den vergangenen zwölf Monaten habe Shell mehr als elf Milliarden Dollar an Dividende ausgeschüttet. Im Laufe des Jahres 2013 sollen Aktien für insgesamt fünf Milliarden Dollar zurückgekauft werden. „Dies unterstreicht unser Bekenntnis zu Erträgen für die Aktionäre“, betonte er. Als Quartalsumsatz nannte der Konzern eine Steigerung auf 118,3 Milliarden Dollar.

Für die Zukunft habe Shell neue Öl- und Gasfelder erschlossen, etwa in Brasilien, Australien und im Irak. Henry verspricht sich dadurch gute Geschäfte von 2014 an. „Ich erwarte, dass 2014 der Höhepunkt bei unseren Netto-Investitionen sein wird“, sagte er.

Dem französischen Konkurrenten Total macht auch der starke Euro zu schaffen. Der um Bewertungseffekte bereinigte Gewinn fiel im dritten Quartal auf 2,7 Milliarden Euro und lag damit um 19 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz sank trotz leicht erhöhter Produktion und stabilem Ölpreis um sechs Prozent auf 46,7 Milliarden Euro. „Die Lage im Raffineriebereich bleibt schwierig“, kommentierte Total-Finanzvorstand Patrick de La Chevardière. „Die Margen sind sehr niedrig. In Europa gibt es das Problem von extremen Überkapazitäten.“

Von

rtr

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