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19.08.2013

10:00 Uhr

Österreichische Ölfirma

OMV zahlt Milliarden für Nordseefelder

Investition in das schwarze Gold: Der österreichische Ölkonzern OMV erkauft sich mit mehreren Milliarden Dollar den Zugang zu hunderten Millionen Barrel Öl. Es ist der größte Deal der Firmengeschichte.

Kunden von OMV werden künftig auch Öl aus der Nordsee tanken. Reuters

Kunden von OMV werden künftig auch Öl aus der Nordsee tanken.

FrankfurtGrößter Zukauf in der Geschichte der OMV : Der österreichische Ölkonzern beteiligt sich für mindestens 2,65 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro) an mehreren Öl- und Gasfeldern vor der norwegischen und britischen Küste. Verkäufer ist der norwegische Konkurrent Statoil, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Ein Teil der Felder produziert bereits Öl und Gas - die restlichen will OMV gemeinsam mit dem Partner weiterentwickeln. An der Börse kam die Aussicht auf die hohen Ausgaben zunächst nicht gut an: Die OMV-Aktie verbilligte sich am Morgen um mehr als zwei Prozent. Dagegen stieg der Statoil-Kurs um ein Prozent.

Finanzieren wollen die Wiener den Zukauf aus dem laufenden Geschäft und durch Verkaufserlöse aus dem Raffinerie- und Tankstellengeschäft. Dort hatte sich das Unternehmen von Tankstellen in Kroatien und Bosnien-Herzegowina getrennt und plant einen Verkauf seiner Beteiligung an einer Raffinerie in Süddeutschland. Neben dem Kaufpreis von 2,65 Milliarden Dollar stecken die Österreicher auch noch 500 Millionen Dollar in die Entwicklung des norwegischen Feldes Gullfaks, das rückwirkend per Anfang 2013 übernommen wird. Dieses Geld will die OMV mit den bereits bestehenden Öl- und Gasfeldern erwirtschaften.

Mit dem Zukauf setzt die OMV einen wichtigen Schritt, bis 2016 die geplante Fördermenge von 350.000 Barrel pro Tag zu erreichen. "Wir erwerben wesentliche Entwicklungsanteile, die im Herzen unseres Wachstumsgebiets in der Nordsee liegen", sagte Firmenchef Gerhard Roiss. Zudem erhofft sich der Konzern von dem Ausbau der Förderung in Norwegen auch eine stabilere Produktion. Bislang hat das Unternehmen viele Ölquellen in politisch instabilen Ländern wie Libyen - und musste daher in den vergangenen Jahren mehrfach Einbußen in Kauf nehmen.

Bereits im kommenden Jahr soll die OMV-Produktion durch den Zukauf um 40.000 Barrel pro Tag und damit um mehr als ein Zehntel steigen. Ab 2016 erwartet der Konzern ein Plus von 58.000 Barrel pro Tag - nachdem es im ersten Halbjahr knapp 300.000 waren.

Die Österreicher halten künftig 19 Prozent am norwegischen Feld Gullfaks, aus dem bereits Öl und Gas sprudelt. Weitere 24 Prozent kauft die OMV am Feld Gudrun, das die Produktion Anfang 2014 aufnehmen soll. Statoil will an beiden Feldern eine Mehrheit von 51 Prozent behalten. Auf britischem Territorium baut das Unternehmen seinen Anteil am Ölfeld Rosebank, das 2018 an den Start gehen könnte, auf 50 von 20 Prozent aus. Die Beteiligung am ebenfalls britischen Feld Schiehallion steigt um knapp sechs auf zwölf Prozent.

Noch ist der Deal aber nicht in trockenen Tüchern: Zuvor müssen die norwegischen und britischen Behörden grünes Licht geben. Die OMV erwartet einen Abschluss der Transaktion bis Ende 2013.

Von

rtr

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