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13.05.2014

16:32 Uhr

Österreichischer Stahlriese

Voestalpine fordert neue Klimapolitik

Exklusiv„Für mich hat der Zertifikatshandel keine Zukunft“, sagt Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Den CO2-Handel will der österreichische Stahlriese durch Bonussystem ersetzen – „und ein Malus-System für Unbelehrbare“.

Die Stahlbranche gehört zu den energieintensiven Industrien. Deshalb wird die Vorgangsweise bei der Energiewende langfristig über die Existenz der Stahlindustrie in Europa entscheiden, findet Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Reuters

Die Stahlbranche gehört zu den energieintensiven Industrien. Deshalb wird die Vorgangsweise bei der Energiewende langfristig über die Existenz der Stahlindustrie in Europa entscheiden, findet Voestalpine-Chef Wolfgang Eder.

Düsseldorf/LinzDer österreichische Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine fordert eine Kehrtwende in der Klimapolitik. „Die Vorgangsweise bei der Energiewende wird langfristig über die Existenz der Stahlindustrie in Europa entscheiden“, sagte Vorstandschef Wolfgang Eder dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe) in Linz. „Ein einheitliches europäisches Energiekonzept könnte den Druck lindern. Generell muss der Industrie in Europa mehr Luft zum Atmen gegeben werden, um bei den Kosten auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben zu können.“

Der Konzernlenker fordert schnelle Reformen. „Für mich hat der Zertifikatshandel keine Zukunft“, sagt Eder dem Handelsblatt. „Ich bin grundsätzlich für ein Bonus-System und ein Malus-System für Unbelehrbare.“ Anreizsysteme würden in den USA hervorragend funktionieren. Die neue EU-Kommission, das neue EU-Parlament, aber auch der Europäische Rat werde sehr viel intensiver nachdenken müssen, wie zu einer energiepolitischen Mindestkoordination kommt, um die Versorgung von Bürgern und Unternehmen nicht zu gefährden, mahnte der Manager.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Eder wird im Oktober den Vorsitz des Weltstahlverbandes übernehmen. Die Voestalpine führt der 62-jährige Jurist seit rund einen Jahrzehnt. Das österreichische Unternehmen erzielte zuletzt mit seinen 47.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 11,5 Milliarden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 1,45 Milliarden Euro. Ein Viertel der Erlöse erwirtschaftet die seit 1995 börsennotierte Voestalpine in Deutschland.

Von

hps

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