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07.11.2013

14:16 Uhr

Österreichs Energieriese

Sicherheitslage in Libyen trifft Ölkonzern OMV

VonHans-Peter Siebenhaar

Der Öl- und Gaskonzern OMV übertrifft im dritten Quartal leicht die Erwartungen. Doch die Österreicher leiden unter der schwierigen Sicherheitslage in Libyen und Jemen. Die Produktion sei zum Teil unterbrochen.

Raffinerie von OMV: Österreichs Ölriese leidet unter der angespannten Sicherheitslage in wichtigen Förderländern. Reuters

Raffinerie von OMV: Österreichs Ölriese leidet unter der angespannten Sicherheitslage in wichtigen Förderländern.

WienDer österreichische Öl- und Gasriese OMV leidet unter der schlechten Sicherheitslage in Libyen und Jemen. „Wir kämpfen mit Problemen in Libyen und Jemen“, sagte Vorstandschef Gerhard Roiss am Donnerstag bei der Vorlage der Neun-Monats-Bilanz in Wien. Die Produktion in dem nordafrikanischen Land sei unterbrochen.

In Libyen ist OMV mit Partner an einem Dutzend Ölfelder beteiligt. Hingegen funktioniere die Versorgung mit Öl und Gas im Jemen, so Roiss. Doch die Lage in dem arabischen Land ist weiter unsicher. Immer wieder gab es Anschläge auf die Pipelines. Insgesamt sank im vergangenen Quartal die Gesamttagesproduktion um sieben Prozent. „Wir operieren in einen sehr herausfordernden Markt“, sagt der Konzernchef zur Begründung.

OMV legte nach Meinung von Experten solide Zahlen zu den vergangenen drei Monaten vor. „Die Zahlen zum dritten Quartal fielen operativ, bedingt durch die Produktionsstillstände, schwächer aus, konnten aber die Erwartungen erfüllen“, erklärte Rodger Rinke von der Landesbank Baden-Württemberg am Donnerstag. Die Aktie gab am Donnerstagnachmittag um 1,5 Prozent auf 36,69 Euro nach.

Der Umsatz des größten österreichischen Unternehmens stieg in den vergangenen zwei Monaten um zwei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten lag mit 619 Millionen Euro leicht über den Erwartungen der Analysten. Der Energieriese rechnet für das laufende Jahr mit einem Preis von über 100 US-Dollar pro Barrel Brent.

Für die Zukunft gibt sich der Energiekonzern zurückhaltend. Insbesondere im Raffinerie-Geschäft erwartet das Unternehmen auf Grund von Überkapazitäten und der geringeren Nachfrage keine Erholung. Auch wenn OMV in diesem Jahr keine Anlagen mehr verkaufen wird, so werde das Veräußerungsprogramm vorgeführt. Es soll nach Unternehmensangaben bis 2014 eine Milliarde Euro an Einnahmen generieren.

OMV sicherte sich im August Öl- und Gasfelder zwischen Norwegen und Großbritannien. Für knapp zwei Milliarden Euro (2,65 Milliarden Dollar) übernahm das größte Unternehmen der Alpenrepublik vom norwegischen Ölkonzern Statoil Anteile an Öl- und Gasfeldern in der Nordsee. Der Zukauf wurde Ende Oktober abgeschlossen und ist ein Meilenstein den Konzern in Richtung Upstream auszurichten.

Die Strategie von OMV-Chef Roiss ist, vor allem in politisch stabilen Regionen zu expandieren, um die Risiken zu senken. Mit der größten Investition in der Unternehmensgeschichte will sich die OMV nach Produktionsunterbrechungen in Libyen und im Jemen neue Vorkommen sichern.

OMV ist mit einem Umsatz von zuletzt 34 Milliarden Euro der führende Energiekonzern in Mittel- und Südosteuropa. Der österreichische Staat hält 31,5 Prozent an den Wiener Unternehmen.

Kommentare (1)

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Gast

07.11.2013, 16:15 Uhr

Ja blöd, dass die Amis sich nicht mehr engagieren.
Dank Fracking werden wir solche NAchrichten wohl öfer hören.

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