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05.09.2017

09:04 Uhr

Offshore-Windparks

Britischer Windkraft droht Flaute durch Brexit

Offshore-Windkraft gewinnt an Bedeutung in Großbritannien. Doch der geplante Ausstieg des Landes aus der EU könnte diese Entwicklung verlangsamen. Ausländische Investoren sind verunsichert.

Der EU-Austritt Großbritanniens könnte dem Windkraft-Sektor des Landes teuer zu stehen kommen. dpa

Offshore-Windpark

Der EU-Austritt Großbritanniens könnte dem Windkraft-Sektor des Landes teuer zu stehen kommen.

St. AndrewsLange Küsten, rauer Wind – Großbritanniens geografische Lage macht das Land zum Idealen Standort für Windkraftanlagen. Besonders Schottland bietet großes Potenzial.

Deutsche und europäische Unternehmen haben in der Vergangenheit im großen Stil in den britischen Energiemarkt investiert. Doch wegen des Brexits herrscht große Ungewissheit. Noch ist nicht abzusehen, in welchem Verhältnis Brüssel und London in Zukunft stehen werden. Im schlimmsten Fall könnten ausländische Investoren den Zugang zum Markt verlieren.

„Der Brexit-Beschluss hat bereits zu einer Verunsicherung von ausländischen Investoren geführt“, sagt Joachim Schleich, Professor für Energiewirtschaft an der Grenoble École de Management.

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Siemens kündigte kurz nach dem Brexit-Votum im vergangenen Jahr an, auf geplante Neu-Investitionen in Windkraftanlagen vorerst zu verzichten, revidierte diese Entscheidung jedoch wenig später. Trotzdem sei mit dem Brexit „Unsicherheit“ entstanden, erklärt ein Sprecher von Siemens Gamesa, der Windkraft-Tochter des Konzerns. „Großbritannien ist für uns ein wichtiger Offshore-Markt und soll es auch bleiben.“ Auch der portugiesische Energieversorger Energias de Portugal zog eine Verschiebung von Investments für Windkraftprojekte in Schottland in Erwägung.

„Ich glaube, wir sehen eine zwei- bis dreijährige Pause für diese großen Energieprojekte, bei denen die Finanzierung international wäre“, schätzt Richard Slark, Windkraftexperte der finnischen Beratungsfirma Pöyry.

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Der schwedische Energieriese Vattenfall hingegen hält an einem Investment von rund 330 Millionen Euro (300 Millionen Pfund) in einen Windpark vor der schottischen Küstenstadt Aberdeen fest. Das Vorhaben war über Jahre hinweg in den Schlagzeilen, weil Vattenfall den Windpark unmittelbar vor einem der Golfplätze von US-Präsident Donald Trump errichtet. Zugleich handelt es sich um ein Pilotprojekt, das Offshore-Windkraft rentabler machen könnte.

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