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03.02.2017

17:22 Uhr

OLT Offshore LNG

Uniper könnte Anteil an Gasterminalbetreiber verkaufen

Die frühere Eon-Tochter Uniper möchte einem Bericht zufolge die Beteiligungen am Gasterminalbetreiber OLT verkaufen. Das Geschäft könnte eine halbe Milliarde Euro einbringen. Der Konzern möchte noch mehr abstoßen.

Die ehemalige Eon-Tochter wurde im vergangenen September an die Börse gebracht. dpa

Uniper

Die ehemalige Eon-Tochter wurde im vergangenen September an die Börse gebracht.

Frankfurt/MailandUniper-Chef Klaus Schäfer treibt laut einem Bericht die geplanten Beteiligungsverkäufe des Energiekonzerns voran. Die frühere Eon-Tochter wolle ihren Anteil von rund 48 Prozent an dem italienischen Gasterminalbetreiber OLT Offshore LNG Toscana abstoßen und habe damit die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Paket könne rund 500 Millionen Euro Wert sein.

Mögliche Interessenten seien die australische Bank Macquarie und die Vermögensgesellschaft First State Investments der Commonwealth Bank of Australia. OLT ist auf das Verladen von verflüssigtem Erdgas spezialisiert. Ein Anteil von rund 49 Prozent hält der italienische Energiekonzern Iren, die angedeutet hat, sich womöglich von ihrem Anteil zu trennen. Der Konzern hatte den Wert auf 476 Millionen Euro beziffert. Die genannten Firmen lehnten am Freitag eine Stellungnahme ab.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

„Ein Großteil des Geschäfts ist reguliert, daher sollte es eine gesunde Nachfrage geben“, sagte ein Insider. Die Bücher von OLT seien zur Prüfung durch potenzielle Bieter geöffnet worden. Zu einem Abschluss könnte es im ersten Halbjahr kommen. OLT hatte Ende 2013 seinen Betrieb aufgenommen.

Bei verflüssigten Erdgas (LNG) wird Erdgas durch starke Abkühlung im Volumen deutlich verkleinert, so dass es über weite Strecken unabhängig von Pipelines transportiert werden kann. Das Geschäft von OLT hat eine Kapazität von 3,75 Milliarden Kubikmetern - rund vier Prozent des italienischen Jahresbedarfs.

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Eon hatte im September die Mehrheit von Uniper an die Börse gebracht und die Papiere den Aktionären ins Depot gelegt. Der Konzern mit seinen Kohle- und Gaskraftwerken und dem Energiehandel hatte in den ersten neun Monaten einen Verlust von 4,2 Milliarden Euro eingefahren. Uniper-Chef Schäfer will die Kosten um 400 Millionen Euro senken und Beteiligungen im Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro abstoßen. Zur Disposition steht auch der Minderheitsanteil am brasilianischen Versorger Eneva.

Von

rtr

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