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10.04.2017

10:31 Uhr

OMV entdeckt Lagerstätten neu

Österreich wird wieder zum Öl-Land

In Österreich wird wieder gebohrt: Die Erholung des Ölpreis hat dazu geführt, dass die Alpenrepublik die Lagerstätten im eigenen Land neu entdeckt. Der Ölkonzern OMV erprobt dabei den neuesten Stand der Technik.

Der Chef der OMV Austria steht vor dem Bohrturm auf dem Feld „Bernhardsthal-Süd 8“. Der Ölpreis hat sich soweit erholt, dass Österreich wieder eine Bohrkampagne aufsetzt. dpa

Reinhard Oswald

Der Chef der OMV Austria steht vor dem Bohrturm auf dem Feld „Bernhardsthal-Süd 8“. Der Ölpreis hat sich soweit erholt, dass Österreich wieder eine Bohrkampagne aufsetzt.

BernhardsthalUnablässig bohrt sich der mit Diamanten besetzte Meißel durch Dutzende von Gesteinsschichten. Die Bohrung im Gebiet „Bernhardsthal-Süd 8“ ist auf 1700 Metern Tiefe - und hat die erste Lagerstätte getroffen. Es ist eine von vier, die mit größter Präzision mit einer einzigen Bohrung angesteuert werden. Auf der Suche nach Erdöl und Erdgas sind diese teils kurvenreichen „Designbohrungen“ der neueste Stand der Technik.

„Damit haben wie gleich vier Chancen“, sagt der Chef der OMV Austria, Reinhard Oswald. Mit dem ersten Treffer ist er aber noch nicht zufrieden. Die Schicht scheint zu wenig mächtig. Noch ist der Aufwand von drei bis vier Millionen Euro für eine Bohrung noch nicht gerechtfertigt.

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Russland entdeckt den boomenden Markt für Flüssig-Erdgas für sich: Im hohem Norden entsteht eine gigantische Fabrik, Tanker bahnen sich den Weg durchs Eis. Vom flexibleren Markt könnten auch deutsche Kunden profitieren.

Mindestens zwölf Bohrungen wird der österreichische Energiekonzern OMV in den nächsten Monaten im eigenen Land machen. „Es können aber auch 50 werden, wenn der Öl- und Gaspreis stimmt“, meint Oswald. Nach der Erholung des Ölpreises auf zumindest 50 Dollar pro Barrel (ein Fass à 159 Liter) lohnt es sich wieder, die Lagerstätten vor der Haustür neu zu entdecken, auf denen OMV seit Jahrzehnten aktiv ist.

„Wir haben sehr deutlich gesagt, dass wir unser Engagement in Österreich ausbauen wollen“, bekannte sich der aus Deutschland stammende OMV-Chef Rainer Seele zu „Öl made in Austria“. 170 Millionen Euro nimmt die OMV dafür in diesem und dem nächsten Jahr in die Hand. Zehn Prozent des heimischen Erdöl- und Erdgasbedarfs kann die OMV so abdecken.

Mit seinen 40 Metern Höhe ist der Bohrturm nahe der tschechischen Grenze, eine Stunde von Wien entfernt, fast ein Zwerg im Vergleich zu den dreimal höheren Windrädern in der Nachbarschaft. Doch in puncto verlässliche Energiegewinnung können die Windräder mit der Energie aus der Tiefe der Erde derzeit noch nicht mithalten.

Die größten Erdölproduzenten (2016)

Opec als größter Rohölproduzent

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stellt mehr als ein Drittel des weltweit produzierten Rohöls bereit. Ihre 14 Mitgliedsstaaten sitzen auf mehr als 70 Prozent aller Ölreserven.

Quelle: dpa

Opec II

Laut einer Analyse des Energiekonzerns BP produzierte die Opec 2014 knapp 37 Millionen Barrel Öl und verwandte Produkte am Tag. Weltweit wurden 89 Millionen Barrel am Tag produziert. Die Größten Ölproduzenten im Überblick:

USA

12 Millionen Barrel

Saudi-Arabien

Zwölf Millionen Barrel

Russland

Elf Millionen Barrel

China

Vier Millionen Barrel

Kanada

Vier Millionen Barrel

700 der an die Gründerzeit der Ölindustrie erinnernden Pferdekopfpumpen und andere Modelle saugen unablässig aus Tiefen zwischen 2000 und 5000 Metern das Öl-Gas-Salzwassergemisch nach oben. An der Oberfläche wird das Gemisch getrennt. Dabei werden 40.000 Tonnen Wasser am Tag gereinigt - und wieder in die Lagerstätte „injiziert“.

Diese Technik soll den Druck hochhalten und damit möglichst viel Öl und Gas nach oben pressen. Mit einem durchschnittlichen Ausschöpfungsgrad von 33 Prozent sieht sich die OMV unter denen, die dank großer Erfahrung und ausgeklügelter Technik besonders viel energetisches Gold gewinnen können. Da das „Weinviertel“ seit mehr als 60 Jahren ausgebeutet wird, hat die OMV äußerst viel Erfahrung im Umgang mit „reifen Feldern“.

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