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12.08.2015

13:54 Uhr

Partnerschaft mit Gazprom

OMV trommelt für Gaspipeline nach Russland

VonHans-Peter Siebenhaar

Der Ölkonzern OMV will die Partnerschaft mit Gazprom vertiefen und künftig Gas in Westsibirien fördern. Der neue Vorstandschef Seele legt zunächst gut Quartalszahlen vor – und kanzelt dann die deutsche Energiepolitik ab.

Der österreichische Öl- und Gaskonzern verdient gut am Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Öl. Reuters

OMV

Der österreichische Öl- und Gaskonzern verdient gut am Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Öl.

WienDie Botschaft für seinen ersten öffentlichen Auftritt hat sich Rainer Seele sorgfältig überlegt. Der neue Vorstandschef des österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV lieferte am Mittwoch ein leidenschaftliches Plädoyer für den Ausbau der Gaspipeline Nord Stream von Deutschland nach Russland ab. „Nord Stream II ist für mich ein Sprung in die europäische Versorgungssicherheit“, sagte Seele, der viele Jahre die BASF-Tochter Wintershall führte, bevor er Anfang Juli den Chefsessel bei Österreichs größtem Konzern übernahm.

„Das Projekt hat die Chance, eine Zeitenwende einzuleiten“, verkündete Seele in Wien. Nord Stream II eröffne „faszinierende Perspektiven“ für die OMV.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Jahresumsatz: 356,6 Milliarden Dollar

Platz 2

PetroChina (China)

Umsatz 2015: 329,7 Milliarden Dollar

Platz 3

Chevron (USA)

Jahresumsatz: 197,4 Milliarden Dollar

Platz 4

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Jahresumsatz: 192,1 Milliarden Dollar

Platz 5

Sinopec (China)

Jahresumsatz: 119,1 Milliarden Dollar

Platz 6

Total (Frankreich)

Jahresumsatz: 118,5 Milliarden Dollar

Platz 7

BP (Großbritannien)

Jahresumsatz: 118,35 Milliarden Dollar

Platz 8

ConocoPhillips (USA)

Jahresumsatz: 76,67 Milliarden Dollar

Platz 9

Cnooc (Hongkong)

Jahresumsatz: 63,12 Milliarden Dollar

Platz 10

Eni (Italien)

Jahresumsatz: 63 Milliarden Dollar

Quelle

Thomson Reuters/Unternehmensangaben

Die Erweiterung der im Herbst 2011 eröffneten Ostsee-Pipeline Nord Stream um zwei weitere Stränge, in der Branche Nord Stream II genannt, stößt bei der EU-Kommission in Brüssel bislang auf wenig Gegenliebe, berichten Branchen-Insider. Doch davon will das sich Konsortium aus OMV, Eon, Shell, Gazprom und Wintershall nicht beirren lassen. Ende Juli unterschrieb auch BASF eine entsprechende Absichtserklärung. Bald soll auch der französischer Versorger Engie, der früher GDF Suez hieß, dazu stoßen.

Nord Stream II soll künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland bringen. Das entspricht einer Verdoppelung der bisherigen Kapazitäten. Mit North Stream II kann die Bundesrepublik, aber auch Österreich und die Nachbarländer Tschechien und Slowakei, die unsichere Route durch die vom Bürgerkrieg destabilisierte Ukraine noch besser umgehen.

BASF-Vorstandsmitglied Hans-Ulrich Engel nannte ähnlich wie sein früherer Managementkollege Seele das Milliardenvorhaben ein „wichtiges Infrastrukturprojekt“. Gleichzeitig haben die Russen einen sicheren Zugang zu Märkten mit hoher Zahlungsmoral.

Der Russland-freundliche CEO Seele setzt trotz der harten Sanktionen der EU auf eine noch engere Partnerschaft mit dem Monopolisten Gazprom. Er will die bisherige Kooperation mit dem russischen Gaskonzern ausbauen. „Wir werden noch stärker auf Partnerschaft setzen“, sagte Seele. Bereits seit 1968 liefern die Russen Gas nach Österreich. Die OMV war damals das erste westliche Land mit einem Gazprom-Liefervertrag.

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