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29.07.2015

18:00 Uhr

PNE Wind AG

Aufsichtsrat vertagt Entscheidung

Poker ohne Showdown: Der Machtkampf beim Projektentwickler PNE Wind geht weiter. Der Aufsichtsrat beendete seine Sitzung in Hamburg ohne Ergebnis. Die Lage bleibt angespannt.

Kompromiss verzweifelt gesucht. dpa

Zentrale von PNE Wind in Cuxhaven

Kompromiss verzweifelt gesucht.

HamburgDas Pokerspiel dauerte fünf Stunden. Der Showdown blieb aus. Die sechs Aufsichtsräte des börsennotierten Projektentwicklers PNE Wind haben ihre Sitzung in Hamburg ohne Ergebnis beendet. „Es wurden keine Beschlüsse gefasst, die Sitzung wurde vertagt“, sagte ein Unternehmenssprecher dem Handelsblatt.

Damit bleibt die Lage bei dem Cuxhavener Windparkbauer angespannt. Der Aufsichtsrat ist seit Monaten zerstritten, teilt sich in zwei Lager. Auf der einen Seite steht Chefaufseher Dieter Kuprian. Auf der anderen Großaktionär Volker Friedrichsen. Kuprian hielt bislang zu Vorstandschef Billhardt. Friedrichsen will beide loswerden. Die Kontrahenten hatten zuletzt je zwei Aufsichtsräte an ihrer Seite.

Experten fordern Kompromiss

Weil Chefaufseher Kuprian ein doppeltes Stimmrecht hat, brauchte sich Vorstandschef Billhardt bislang nicht um seinen Job zu sorgen. Nur wenn ein vorstandstreuer Kontrolleur die Seite wechselt, verliert er den Rückhalt. Im Vorfeld der Sitzung deuteten Aufsichtsräte aus beiden Lagern an, dass dies passierten könnte. Es passierte nicht.

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Showdown in Hamburg: Der Aufsichtsrat des Projektentwicklers PNE Wind verhandelt über die Zukunft von Vorstandschef Martin Billhardt. Zwei interne Gutachten werfen ein neues Licht auf den Streit.

Branchenexperten wie der Analyst Holger Steffen fordern nun eine Kompromisslösung. „Eine komplette Neubesetzung des Aufsichtsrats mit Unabhängigen könnte eine solche Lösung sein“, sagte er dem Handelsblatt. Neue Aufsichtsräte hatte auch Vorstandschef Billhardt gefordert – und via Pressemitteilung verbreiten lassen, dass die Aktionäre nicht mehr hinter dem aktuellen Kontrollgremium stehen.

Der Schritt sorgte allerdings für Unmut im Aufsichtsrat, denn er war nicht mit den Kontrolleuren abgesprochen. Das Gremium muss nun erneut zusammenfinden. Einen Termin für eine neue Aufsichtsratssitzung gebe es noch nicht, sagte der Unternehmenssprecher.

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