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21.09.2015

14:44 Uhr

PNE Wind AG

Unruhe nach dem Sturm

VonAndreas Dörnfelder, Franz Hubik

Neuer Ärger beim Windparkbauer PNE Wind: Vorstandschef Martin Billhardt und zwei Aufsichtsräte wollen zum Abschied noch einmal Kasse machen. Den Aktionären hatten sie etwas anderes versprochen.

PNE Wind zählt zu den größten Windparkentwicklern Deutschlands. dpa

Windpark (Symbolbild)

PNE Wind zählt zu den größten Windparkentwicklern Deutschlands.

HusumOffiziell ist der Zwist im Aufsichtsrat des Cuxhavener Projektentwicklers PNE Wind beendet. Doch nun geht es hinter den Kulissen erneut zur Sache. Der Grund: Aufsichtsratschef Dieter Kuprian, sein Stellvertreter Peter Fischer und Vorstandschef Martin Billhardt wollen zum Abschied nochmal abkassieren. Und zwar ausgerechnet über ihre Mandate bei der Tochterfirma WKN. Dabei hatte das Trio den Aktionären im Juni versprochen, dort 2015 auf Vergütungen zu verzichten.

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Teure Dienstreisen der Chefetage, eine Millionenklage gegen einen Großaktionär: Dem Projektentwickler PNE Wind steht eine turbulente Hauptversammlung bevor. Entscheidend ist auch, wie viele Aktionäre tatsächlich kommen.

Für 30. September ist im Hamburger Airport Conference Center die Hauptversammlung der WKN AG angesetzt. Im Raum „Elbstrand“ soll laut Tagesordnung beschlossen werden: „Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Dieter K. Kuprian, Dr. Peter Fischer und Martin Billhardt erhalten die ihnen für das Geschäftsjahr 2015 zeitanteilig zustehende Vergütung für ihre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat jeweils bereits zu dem Zeitpunkt, zu dem sie aus dem Aufsichtsrat ausscheiden.“

„Die Herren kriegen den Hals nicht voll!“

Mit anderen Worten: Kuprian und Fischer kassieren am 31. Oktober, Billhardt bereits am 30. September. Bisher erhielten die Aufsichtsräte ihre Vergütung üblicherweise erst im Folgejahr – nachdem der Jahresabschluss aufgestellt war. Nun soll WKN vorab zahlen. Auf Anfrage äußerte sich das Trio nicht dazu. Nach Handelsblatt-Berechnungen geht es um mindestens rund 170.000 Euro. Eine WKN-Sprecherin nannte keine Zahlen.

Der Vorgang sorgt für neuen Ärger im sechsköpfigen Aufsichtsrat der WKN-Mutter PNE Wind, den Kuprian (als Vorsitzender) und Fischer (als Vize) ebenfalls führen. Ein Ratsmitglied erfuhr erst durch die Anfrage des Handelsblatts von dem Vorgang – und reagierte erzürnt: „Diese Gier, diese Impertinenz – die drei Herren kriegen offenbar den Hals nicht voll!“

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Vorstandschef Billhardt für sein vorzeitiges Ausscheiden eine Abfindung in Höhe von bis zu drei Millionen Euro erhalten soll. Ein Sprecher von PNE Wind hatte die Summe nicht kommentiert.

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