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30.11.2016

15:02 Uhr

PNE Wind

Eine Skandalfirma setzt zum Höhenflug an

VonFranz Hubik

Luxusreisen, üppige Gagen, Streit im Aufsichtsrat: Die PNE Wind AG machte lange mit negativen Schlagzeilen von sich reden. Jetzt steht der Windparkbauer kurz davor, einen Megadeal abzuschließen. Die Aktie schießt empor.

Der Windenergie-Projektierer ist im Aufwind. Spült die Veräußerung eines riesigen Windpark-Portfolios endlich Geld in die Kassen? dpa

Firmenzentrale der PNE Wind

Der Windenergie-Projektierer ist im Aufwind. Spült die Veräußerung eines riesigen Windpark-Portfolios endlich Geld in die Kassen?

DüsseldorfDie Strategie ist hochriskant. Statt Windparks wie üblich einzeln zu verkaufen, will sie der Projektierer PNE Wind im Bündel loswerden. Das soll dem Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen  Cuxhaven eine Traumrendite bescheren. Das Problem ist bloß: Bis zum endgültigen Verkauf des Windpark-Portfolios mit einer Kapazität von mehr als 140 Megawatt herrscht Flaute auf dem Konto von PNE. Die Bilanz leidet aktuell enorm.

So gab PNE im Tagesgeschäft 2016 allein in den ersten neun Monaten um rund 50 Millionen Euro mehr aus, als das Unternehmen einnahm. Die liquiden Mittel schrumpften im Vergleich zum Vorjahr um gut 20 Millionen Euro auf nur mehr 66 Millionen Euro. Weil die Firma zunächst in Vorleistung geht und Windräder auf eigene Rechnung baut, schoss die Nettoverschuldung drastisch in die Höhe – von 156 Millionen Euro auf aktuell 231 Millionen Euro. Unter dem Strich summiert sich der Periodenverlust auf fast drei Millionen Euro. Doch jetzt ist erstmals ein Ende des bilanziellen Sturzflugs in Sicht.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

PNE befindet sich gerade „in der Schlussphase der Verhandlungen über den Mehrheitsverkauf des Windparkportfolios“, wie es in einer Mitteilung des Konzerns heißt. Konkret steht der Projektierer kurz davor, 80 Prozent seines angesammelten Windpark-Portfolios an eine Tochtergesellschaft des Versicherungsriesen Allianz zu verkaufen. Zwischen den Unternehmen wurde Exklusivität vereinbart. Das heißt: Schon in den nächsten zwei bis drei Wochen könnten die Verträge unterschrieben werden. Es wäre der lang ersehnte Befreiungsschlag für PNE. Denn die Veräußerung könnte mehr als 300 Millionen Euro in die Kasse der Firma spülen.

PNE Wind: Der Ex-Chef wird zum Hauptgewinner

PNE Wind

Der Ex-Chef wird zum Hauptgewinner

Der Projektentwickler PNE Wind weist erneut einen Millionenverlust aus. Noch größer fällt aber die Abfindung für den Ex-Vorstandschef Martin Billhardt aus. 2016 könnte für das Unternehmen zum Jahr der Wahrheit werden.

Zuletzt hatte PNE seine Jahresprognose noch einmal bestätigt. Demnach dürfen die leidgeplagten Investoren auf einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in der Höhe von bis zu 100 Millionen Euro hoffen. An der Börse setzte PNE am Mittwoch zu einem Höhenflug an. Die Aktie schoss um teils mehr als sechs Prozent nach oben. So begeistert waren die Anleger freilich nicht immer von PNE. Im Gegenteil. Sie mussten eine ganze Menge mitmachen.

Kommentare (4)

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30.11.2016, 15:15 Uhr

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30.11.2016, 17:37 Uhr

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30.11.2016, 17:47 Uhr

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