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10.08.2015

11:20 Uhr

PNE Wind

Glänzende Zahlen – für den Vorstand

VonAndreas Dörnfelder, Franz Hubik

Der Projektentwickler PNE Wind weist wieder Gewinne aus. Davon profitieren vor allem die Vorstände. Eine für Aktionäre entscheidende Kennzahl bleibt dagegen tiefrot.

Ebit, Ebit, Ebit. PR

PNE-Vorstandschef Martin Billhardt

Ebit, Ebit, Ebit.

CuxhavenMartin Billhardt kommt in seinem Brief an die Aktionäre direkt zum Punkt: Mit einem „großen Erfolg“ beginnt der Vorstandsvorsitzende des Cuxhavener Projektentwicklers PNE Wind gleich den ersten Satz. Tatsächlich sind es glänzende Halbjahreszahlen, die Deutschlands drittgrößter Windparkbauer am frühen Montag vorgelegt hat. Glänzend vor allem für Billhardt und seine Vorstandskollegen.

Denn PNE Wind weist mal wieder ein sattes Betriebsergebnis aus. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schoss (bei 72 Millionen Euro Umsatz) von 2,8 Millionen auf 24 Millionen Euro. „Hier zeigen sich die ersten positiven Auswirkungen des Verkaufs unseres Tochterunternehmens in Großbritannien“, schreibt Billhardt. Der Vorstandschef und seine Kollegen spüren diese Auswirkungen unmittelbar auf ihrem Konto. Ihre Boni, zuletzt insgesamt 1,6 Millionen Euro, orientieren sich am Ebit.

Für die Aktionäre der PNE Wind AG bedeutet ein hohes Ebit (neben der Erkenntnis, dass die Manager gut verdienen) nur, dass ihr börsennotiertes Unternehmen in einer Welt ohne Zinsen und ohne Steuern ganz gut dastünde. Was unterm Strich für sie übrig bleibt und ob sich die Firma das aus dem Tagesgeschäft überhaupt leisten kann, erfahren die Eigentümer aus dem Ebit nicht.

Halbjahresbilanz zum 30. Juni 2015

Umsatz

71,9 Mio. Euro (Vorjahr: 117,9 Mio. Euro)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern

24 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro)

Ergebnis nach Steuern

18,4 Mio. Euro (Vorjahr: -2,4 Mio. Euro)

Operativer Cash Flow

-52,8 Mio. Euro (Vorjahr: -15,3 Mio. Euro)

Was den Gewinn unterm Strich angeht, können die Aktionäre nach den jüngsten Zahlen hoffen: PNE Wind meldet einen Halbjahresüberschuss von 18,4 Millionen Euro, pro Aktie also 25 Cents. Im ersten Halbjahr 2014 hatte das Unternehmen noch 2,4 Millionen Euro Verlust gemacht.

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Eine Ausschüttung sollten die Anteilseigner allerdings nicht erwarten. Zumindest, wenn sie es gut mit ihrer Firma meinen. Im Tagesgeschäft gab die PNE Wind AG nämlich 52,8 Millionen Euro mehr aus als sie einnahm. Damit ist der Projektentwickler seit fünfeinhalb Jahren nicht in der Lage, sich selbst aus dem Tagesgeschäft zu finanzieren. Martin Billhardt erwähnt die in der Kapitalflussrechnung versteckte Zahl, den operativen Cashflow, in seinem Brief mit keinem Wort.

Stattdessen gibt sich der Vorstandschef mitten im Machtkampf mit Teilen seines zerstrittenen Aufsichtsrats optimistisch. „Für das Geschäftsjahr 2015 erwarten wir eine weitere positive Entwicklung“, schreibt er an die Aktionäre. Das Ebit soll sich bis zum Jahresende in Richtung 30 bis 40 Millionen Euro entwickeln. Wohin sich damit seine Bezüge entwickeln, erfahren die Anleger frühestens auf der noch immer nicht einberufenen neuen Hauptversammlung.

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