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18.11.2015

09:05 Uhr

PNE Wind mit Gewinnwarnung

Gegenwind aus Schottland

PNE Wind muss ein Großprojekt in Großbritannien aussetzen. Eine schottische Behörde verweigert die Genehmigung. Der Windparkbauer rechnet deshalb mit einem deutlich niedrigeren Gewinn in diesem Jahr.

Die PNE Wind AG hat bei einem Großprojekt in Schottland einen Rückschlag einstecken müssen. dpa

Windpark

Die PNE Wind AG hat bei einem Großprojekt in Schottland einen Rückschlag einstecken müssen.

Markus Lesser ist gerade erst aufgestiegen. Bei der Hauptversammlung Ende Oktober stellte er sich den Aktionären als neuer Interimsvorstandschef vor. Keine vier Wochen später hat der vorläufige Nachfolger von Ex-CEO Martin Billhardt das erste ernsthafte Problem: Am Dienstagabend gab die PNE Wind AG eine Gewinnwarnung.

Der Windparkbauer muss in Schottland ein Großprojekt aussetzen, weil eine Behörde die erwartete Genehmigung nicht erteilte. Hauptgrund sei die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Der im westschottischen Sallachy geplante Windpark soll mit einer Nennleistung von 66 Megawatt eines Tages Strom für bis zu 80.000 Haushalte erzeugen. Der PNE Wind soll er aber vor allem Gewinn bescheren. Doch der ist nun fürs erste in Gefahr.

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Wenn Schmiergeld fließt, braucht es zwei: Einen, der geschmiert wird. Und einen, der schmiert. Im Fall des Windparkbauers Juwi befand der Bundesgerichtshof den ersten längst für schuldig. Aber was ist mit dem zweiten?

2015 hätte das Projekt Sallachy 25 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) einbringen sollen und war damit ein „wesentlicher Bestandteil“ des für 2015 vorhergesagten Konzern-Ebits von 30 bis 40 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Nun erwartet PNE gar keinen Ergebnisbeitrag aus Sallachy mehr. Das 2015 geplante Ebit verringere sich damit auf nur noch fünf bis 15 Millionen Euro. Es könnte noch schlimmer kommen. Die Gesellschaft prüfe derzeit, welche Auswirkungen die Nicht-Genehmigung auf die Prognosen der kommenden Jahre habe.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Das Projekt Sallachy läuft unter Führung der PNE-Tochter WKN und ist das letzte verbliebene Vorhaben der PNE Wind AG in Großbritannien. Alle anderen Projekte im Vereinigten Königreich hatte das Cuxhavener Unternehmen im Sommer an einen Investor verkauft.

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