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04.11.2013

16:01 Uhr

Preisdruck

Solarkonzern SMA erwartet hohen Verlust

Der Solarkonzern SMA hat eine Kehrtwende hingelegt und seine Gewinnziele für das aktuelle Jahr verworfen. Das Unternehmen rechnet nun mit einem hohen Verlust. Aktionäre schreckte diese Nachricht nicht ab – im Gegenteil.

Firmenschild des nordhessischen Solartechnikherstellers SMA Solar: In diesem Geschäftsjahr erwartet der Konzern hohe Verluste. dpa

Firmenschild des nordhessischen Solartechnikherstellers SMA Solar: In diesem Geschäftsjahr erwartet der Konzern hohe Verluste.

DüsseldorfDie Geschäfte beim Solartechnikkonzern SMA laufen derzeit schlechter als angenommen. Der Vorstand senkt daher seine Ziele für 2013 und erwartet nun einen hohen Verlust. Im kommenden Jahr soll sich aber das Blatt wenden und der Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft werden, wie der Hersteller von Wechselrichtern am Montag ankündigte. Kostenreduzierungen und Personalanpassungen würden dann erstmals in vollem Umfang wirksam, erklärte Firmenchef Pierre Pascal Urbon. Zudem dürfte SMA mit neuer Technik vor allem in den USA und Japan punkten.

„Mit unserer bestehenden Strategie und den bereits eingeleiteten Maßnahmen haben wir die richtigen Weichen gestellt, um 2014 wieder zu Profitabilität und Umsatzwachstum zurückzukehren“, sagte er. Das Unternehmen peilt im kommenden Jahr ein Umsatzplus auf 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an. Über die Höhe des möglichen Gewinns hüllt er sich indes in Schweigen. Die liquiden Mittel bezifferte Urbon mit 300 Millionen Euro.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Im laufenden Jahr sieht es dagegen düster aus. „Der Markt ist weltweit von einem hohen Preisdruck geprägt“, sagte Urbon. Zudem seien die Märkte in Europa eingebrochen. Das könnte durch die Geschäfte in Asien und Amerika nicht ausgeglichen werden. Urbon kündigte für 2013 einen Umsatz von 0,9 bis 1,0 Milliarden Euro an und einen Verlust zwischen 80 und 90 Millionen Euro. Urbon hatte zuletzt noch Erlöse von bis zu 1,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt und auf ein operativ ausgeglichenes Ergebnis gehofft.

Die Senkung der Prognose verstimmte die Anleger nur kurzzeitig. Nach einem Kursrutsch um bis zu zehn Prozent auf 27,10 Euro erholten sich die Titel schon wenig später wieder und notierten zwei Prozent fester. „Das Schlagwort Prognosesenkung hat die Anleger erst einmal ordentlich verschreckt. Aber auf den zweiten Blick erscheinen die SMA-Zahlen schon gar nicht mehr so schlimm - vor allem die Aussagen für 2014 stimmen die Anleger offenbar versöhnlich“, sagte ein Händler.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Steinweg

04.11.2013, 16:56 Uhr

Die Auflistung der Modul-Hersteller zeigt, dass man Wechselrichter braucht. Wer aber liefert die denn neben SMA. Hoffentlich ist diese Technik nicht auch so unkompliziert, dass jeder sie liefern kann.

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