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24.07.2013

10:27 Uhr

Probleme im Ausland

OMV fördert weniger Gas und Öl

Das österreichische Förderunternehmen verkauft derzeit weniger Gas und Öl als gewöhnlich. Grund dafür sind inner- wie ausländische Probleme. Die Anleger sind verunsichert.

OMV-Chef muss die Erwartungen der Anleger dämpfen. Reuters

OMV-Chef muss die Erwartungen der Anleger dämpfen.

WienDie österreichische OMV hat zur Jahresmitte weniger Öl und Gas produziert. Den Rückgang begründete der Öl- und Gaskonzern mit dem Hochwasser in Österreich, technischen Problemen in Kasachstan sowie Sicherheitsproblemen und Streiks in Libyen. Dies sei teilweise durch höhere Mengen in Rumänien und Neuseeland ausgeglichen worden, teilte OMV am Mittwoch mit.

Die Gesamtproduktion der OMV sank im zweiten Quartal sowohl gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres als auch gegenüber dem ersten Quartal. Konkret schrumpfte die Produktion von April bis Juni auf 297.000 Barrel pro Tag von 302.000 Barrel pro Tag im Vorquartal, wie aus dem Trading Statement hervorgeht. Auf die rumänische Tochter Petrom seien im zweiten Quartal 184.000 Barrel pro Tag entfallen, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorquartal entspricht.

In Libyen musste die OMV die Produktion Ende Juni für knapp drei Wochen unterbrechen. Die Österreicher beziehen aus dem von Unruhen gebeutelten Land etwa ein Zehntel ihrer gesamten Öl- und Gasproduktion. Rund zwei Drittel der Produktion stammen aus Rumänien und Österreich. Bis 2016 will OMV die Fördermenge insgesamt auf 350.000 Barrel pro Tag steigern. Um das zu erreichen, wird viel Geld in das Aufspüren neuer Vorkommen, wie zum Beispiel im Schwarzen Meer, der Nordsee, in Pakistan oder dem Nordirak investiert.

Schwächer als zuletzt fiel auch die Raffineriemarge aus, die die Profitabilität des Öl- und Gasgeschäftes misst. Die Kennziffer ging im zweiten Quartal auf 2,48 von 3,01 Dollar je Barrel im Vorquartal zurück. Die Marge setzt die Kosten für die Förderung von Öl und Gas in Relation zu den Gewinnen, die OMV damit erzielt.

Den Rückgang der Erdgas-Verkaufsmengen führte OMV vor allem auf geringere Großhandelsmengen der Tochter EconGas zurück, die im Vergleich zum Vorjahrsquartal um fünf Prozent fielen. Die EconGas-Marge sei signifikant negativ, hieß es. Begründet wurde dies mit den hohen ölpreisgebundenen Gaslieferverträgen mit der russischen Gazprom.

Der stärkere Dollar gegenüber dem Euro hatte laut OMV einen positiven Effekt auf das Ergebnis im zweiten Quartal, konnte den niedrigeren Ölpreis jedoch nicht kompensieren. Für das zweite Quartal seien keine Netto-Sonderaufwendungen im operativen Ergebnis verzeichnet worden, hieß es weiter. Die Sonderaufwendungen im Finanzergebnis von 55 Millionen Euro würden aus der Abschreibung von Vermögenswerten in Verbindung mit dem vorerst gescheiterten Nabucco West Projekt resultieren. Der komplette Quartalsbericht soll am 13. August veröffentlicht werden.

Die Anlegern reagierten zurückhaltend auf die Geschäftsentwicklung bei OMV. Die Aktien verloren im frühen Handel in einem freundlichen Wiener Markt 1,6 Prozent auf 33,4 Euro.

Von

rtr

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