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23.07.2014

09:40 Uhr

Probleme in Kasachstan

OMV fördert weniger Gas und Öl

Ausfälle in Libyen und Probleme in Kasachstan: Produktionsschwierigkeiten machen OMV zu schaffen. Im zweiten Quartal fördert der österreichische Energiekonzern weitaus weniger Gas und Öl – mit Folgen für den Umsatz.

OMV-Logo auf einem Gebäude: Die Österreicher haben Schwierigkeiten in der Förderung von Rohstoffen. dpa

OMV-Logo auf einem Gebäude: Die Österreicher haben Schwierigkeiten in der Förderung von Rohstoffen.

WienDer österreichische Energiekonzern OMV hat im zweiten Quartal wegen Produktionsausfällen im krisengeplagten Libyen und technischer Schwierigkeiten in Kasachstan weniger Öl und Gas gefördert. Die Gesamtproduktion sank im Vergleich zum Vorquartal um fünf Prozent auf 297.000 Barrel pro Tag, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Der Erdöl- und Gaskonzern erhält in Friedenszeiten etwa ein Zehntel seiner Förderung aus Libyen. Doch nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi bremsen die anhaltenden Unruhen die Ölförderung. Nachdem die Produktion zu Jahresbeginn wieder angelaufen war, stehen die Anlagen seit Mitte März erneut komplett still. Dagegen stiegen die Produktionsmengen in Norwegen, Österreich und Rumänien.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Im Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen stiegen die Renditen geringfügig, vor allem, weil sich die Spannen im Benzin-Geschäft verbesserten. Die entsprechende Raffineriemarge lag im zweiten Quartal bei 1,92 nach 1,63 Dollar je Barrel im Vorquartal.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Dagmar Kohlrausch

23.07.2014, 10:03 Uhr

Tja, Gaddafi, der Libyen relative Sicherheit und eines der besten Sozialsysteme der Welt bot, musste ja weg. Nun ist das Sozialsystem gesprengt und es herrschen Chaos und Unruhen. Wundert sich jemand?

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