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19.02.2014

10:27 Uhr

Produktionsausfälle

Libyen lässt OMW-Gewinn einbrechen

Es gab Produktionsausfälle, das Raffineriegeschäft lohnt sich kaum noch: 2013 war kein gutes Jahr für OMV, der Konzern muss sich mit einem niedrigeren Gewinn begnügen. Dennoch werden die Aktionäre bei Laune gehalten.

OMV-Chef Gerhard Roiss: Der Gewinn des Öl- und Gaskonzerns bricht ein, Analysten sind enttäuscht. Reuters, Sascha Rheker

OMV-Chef Gerhard Roiss: Der Gewinn des Öl- und Gaskonzerns bricht ein, Analysten sind enttäuscht.

WienProduktionsausfälle in Libyen und ein schwaches Raffineriegeschäft haben dem Öl- und Gaskonzern OMV im vergangenen Jahr einen herben Gewinnrückgang eingebrockt. Vor allem im vierten Quartal liefen die Geschäfte alles andere als geschmiert: Der Betriebsgewinn vor Sondereffekten (Clean CCS Ebit) brach um mehr als die Hälfte auf 444 Millionen Euro ein, wie das österreichische Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit schnitt OMV deutlich schlechter ab als von Analysten erwartet, die ein bereinigtes Ebit von 589 Millionen Euro erwartet hatten. Im Gesamtjahr schrumpfte der bereinigte Betriebsgewinn um 22 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Die Aktionäre des teilstaatlichen Konzerns sollen gleichwohl eine höhere Dividende von 1,25 (Vorjahr: 1,20) Euro je Aktie erhalten.

Zu schaffen machten der OMV vor allem Lieferausfälle aus Libyen. Trotz zusätzlicher Mengen durch die erworbenen Felder in der Nordsee hätten die Einbußen in dem nordafrikanischen Land nicht kompensiert werden können. Die Gesamtproduktion von Erdöl und Erdgas sank im Schlussquartal um acht Prozent auf 277.000 Barrel pro Tag. Aus Libyen beziehen die Österreicher in Friedenszeiten rund zehn Prozent des Öls. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi wird das Land immer noch von Unruhen erschüttert, die auch die Ölförderung bremsen. Ende Oktober war die Produktion dort für mehrere Wochen unterbrochen. Anfang 2014 sei sie wieder angelaufen.

Bis 2016 will die OMV die Produktion auf rund 400.000 Barrel pro Tag steigern. In den kommenden drei Jahren will der Konzern dafür jährlich rund 3,9 Milliarden Euro investieren. Finanziert werden soll dies aus dem Cashflow sowie geplanten Verkäufen.

Zu kämpfen hat die OMV auch mit der branchenweiten Schwäche des Raffineriegeschäft, also der Weiterverarbeitung des Erdöls etwa zu Treibstoffen. Die Marge schrumpfte hier auf 1,16 (Vorjahr: 4,03) Dollar je Barrel. Grund dafür war die geringe Nachfrage nach Treibstoffen und die steigende Konkurrenz. Aber nicht nur bei der OMV sprudeln die Gewinn nicht mehr so stark. Auch Branchenriesen wie Exxon-Mobil, BP, Shell oder Total, verdienen immer weniger Geld.

Die schwächelnde Weltkonjunktur drückt auf den Ölpreis und auf die Nachfrage im Raffineriegeschäft, auch weil die USA wegen des dortigen Fracking-Booms viel Öl und Gas aus Schiefergestein fördern und weniger von dem Rohstoff importieren. Die Anlagen, in denen Erdöl zu Benzin, Diesel, Heiz- oder Schmieröl veredelt werden, leiden unter Überkapazitäten, was auf die Margen drückt und zu einem Preiskampf mit russischen und asiatischen Rivalen führt. Zugleich steigen die Kosten, neue Vorkommen zu finden und zu erschließen.

Besser lief es im Schlussquartal im lange Zeit kriselnden Gasgeschäft. Die Tochter Econ-Gas, an der OMV 50 Prozent hält, kehrte im vierten Quartal dank günstigerer Bezugspreise von den Lieferanten Gazprom und Statoil in die Gewinnzone zurück. Dank neuer Verträge kann die Firma ihr Gas nun günstiger aus Russland und Norwegen beziehen. Wie viele andere europäische Versorger hatte OMV die Verträge mit den Lieferanten Gazprom und Statoil neu verhandelt.

Von

rtr

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