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14.05.2013

09:54 Uhr

Prognose gesenkt

Kupferhütte Aurubis mit schwachem Jahresstart

Die schwache Wirtschaftslage in Europa setzt auch er Kupferhütte Aurubis zu. Das Unternehmen hat im ersten Quartal fast 100 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Das lag aber auch an einem Sondereffekt.

Anodenofen der Aurubis AG. Der Konzern senkt seine Jahresziele. dpa

Anodenofen der Aurubis AG. Der Konzern senkt seine Jahresziele.

HamburgDie Kupferhütte Aurubis schraubt wegen der schleppenden Konjunktur in Europa zu Jahresbeginn ihre Gewinnerwartungen zurück. Statt eines bereinigten Vorsteuergewinns auf Vorjahreshöhe geht der Konzern nun für das im September auslaufende Geschäftsjahr von einem geringeren Ergebnis aus. Als Grund nannte der Vorstand am Dienstag bei der Bekanntgabe der Zwischenbilanz für das zweite Geschäftsquartal eine schwächere Nachfrage nach Kupferprodukten sowie geringere Preise für Schwefelsäure und Recyclingkupfer. "Wir hatten erwartet, dass das Geschäft schneller anspringt", sagte eine Sprecherin. Diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt.

Von Januar bis März machte Aurubis, an der der Stahlkocher Salzgitter beteiligt ist, nur einen bereinigten Vorsteuergewinn von einer Million Euro. Mit etwa soviel hatten Analysten gerechnet. Vor einem Jahr hatte noch ein Plus von 87 Millionen zu Buche gestanden. Grund für den Gewinnrückgang um fast 100 Prozent war ein Sondereffekt, weil der Konzern Rechnungen für verspätete Lieferungen von Rohmaterialien in Höhe von 65 Millionen Euro erst im zweiten Geschäftsquartal zahlen musste. Zu Geschäftsjahresbeginn von Oktober bis Dezember hatte dieser Effekt noch dafür gesorgt, dass der Gewinn besonders hoch ausfiel.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Aurubis profitiert davon, dass Kupferkathoden nach wie vor in China gefragt sind, weil dort die Wirtschaft wächst. Zugleich kam jedoch die Nachfrage nach Gießwalzdraht, Strangguss und Kupferbändern wegen der Konjunkturkrise in Europa nicht wie erwartet in Fahrt, wo Aurubis nach wie vor einen Großteil seiner Produkte absetzt. In den USA liefen dagegen die Kupferprodukte besser.

Wegen des niedrigeren Kupferpreises fielen die Verarbeitungslöhne für Recyclingkupfer, die Schwefelsäurepreise sanken wegen der Krise in Südeuropa ebenfalls leicht - beides sind für Aurubis sonst wichtige Ertragsbringer. Der Umsatz sank von Januar bis März um neun Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Von

rtr

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