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15.03.2017

08:21 Uhr

Rekordminus beim Energiekonzern

Eon macht 16 Milliarden Euro Verlust

VonJürgen Flauger

Eon verbucht einen Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro – ein Rekordminus. Jetzt will der Energiekonzern 1300 Stellen streichen, die meisten davon in Deutschland. Die Dividende wird mehr als halbiert.

16 Milliarden Euro – Größter Verlust der Firmengeschichte von Eon

Börsen-News: 16 Milliarden Euro – Größter Verlust der Firmengeschichte von Eon

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Essen/DüsseldorfJetzt liegen die Fakten schwarz auf weiß vor. Es war keine Frage mehr, dass Eon das Geschäftsjahr 2016 mit dem größten Verlust der Konzerngeschichte abgeschlossen hat. Es ging nur noch um die genaue Höhe – und die ist noch größer als Analysten im Vorfeld erwartet hatten: Unter dem Strich summiert sich der Nettoverlust auf 16 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank hatte in einer Analyse jüngst noch mit 12,4 Milliarden Euro gerechnet und auch die pessimistischsten Prognosen gingen allenfalls von 14 Milliarden Euro aus. Im vergangenen Jahr hatte Eon zwar auch schon einen gewaltigen Nettoverlust verbucht – die 6,3 Milliarden Euro von damals wurden aber noch einmal kräftig übertroffen.

Eons Bilanz wurde von der Aufspaltung des Konzerns belastet, die Vorstandschef Johannes Teyssen im vergangenen Jahr durchgezogen hat. Bei der Abspaltung und dem Börsengang der Uniper SE, in der Eon das alte Geschäft mit den Kohle- und Gaskraftwerken und den Großhandel gebündelt hat, wurden milliardenschwere Abschreibungen fällig. Zudem muss Eon Milliarden für den geplanten öffentlich-rechtlichen Atomfonds mobilisieren, der künftig die Verantwortung für die Entsorgung des Atommülls übernehmen soll.

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Der Eon-Chef wird nächste Woche den höchsten Verlust der Firmengeschichte ausweisen – und reagiert mit einem weitreichenden Sparprogramm. Er muss beweisen, dass der Konzern eine Zukunft hat. Sonst geht es um seine eigene.

Eon betonte, die strategische Neuausrichtung sei „nun auch bilanziell abgeschlossen“. Die Bilanz des Geschäftsjahres 2016 sei „letztmalig von Lasten der Vergangenheit geprägt“ und es sei ein „Schlussstrich“ gezogen. „Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von Eon in die neue Energiewelt frei macht“, versuchte Teyssen der Horrorbilanz etwas Gutes abzugewinnen: „Damit können wir uns nun voll und ganz auf unsere Kunden in den drei Kerngeschäften Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien konzentrieren.“

Vor Zinsen und Steuern verdiente Eon 3,1 Milliarden Euro – 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen trotz des Rekordverlustes eine Dividende von 21 Cent erhalten. Im Vorjahr waren es noch 50 Cent. 2017 sollen es immerhin wieder 30 Cent werden. Die Nettoverschuldung – inklusive Rückstellungen – stieg von 21,3 auf 26,3 Milliarden Euro. Mittelfristig will Eon den Wert auf 20 Milliarden Euro drücken.

Dafür will Eon mit dem Sparprogramm „Phoenix“ die jährlichen Kosten um 400 Millionen Euro reduzieren. Dabei werden 1300 Stellen weg fallen, 1000 davon in Deutschland. Das entspricht rund drei Prozent der aktuellen Belegschaft von 43.000.

Eon hatte zum Jahresanfang 2016 das alte Kerngeschäft mit den Kohle- und Gaskraftwerken sowie den Großhandel an das neue Unternehmen Uniper SE unter der Führung von Klaus Schäfer abgegeben. Eon konzentrierte sich selbst auf das Geschäft mit der Energiewende, also auf Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb. Im September brachte Teyssen dann gut 53 Prozent von Uniper an die Börse.

Dabei musste Eon schonungslos den Werteverfall in der Bilanz verarbeiten, den die notleidende konventionelle Stromerzeugung in den vergangenen Jahren erfahren hatte. Uniper wurde am Tag des Börsengangs mit rund vier Milliarden Euro bewertet. In Eons Büchern waren die Aktivitäten im Frühjahr noch mit 15,5 Milliarden Euro angesetzt worden.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

15.03.2017, 08:28 Uhr

Die asoziale Energiewende mit ihren marktfeindlichen Subventionsabgabenzwangsgesetz EEG schafft eben nicht nur EON sondern auch RWE, ENBW, Uniper und Innogy. Vattenfall verklagt die Deutsche Bundesregierung gerade wegen dem willkürlichen Kernkraftausstieg in Deutschland und zieht sich mit ihren Kohlekraftaktivitäten aus den Deutschen Markt zurück. Was bleibt...eine Grün-Sozialistische Energiewende unter der Führung von Merkel, die unsere Landschaft mit marktunfähigen Windmühlen und Solarparks zerstört hat und der Zusammenbruch unserer markffähigen Wohlstandsbasis in Form von Kohle, Gas und vor allen Kernkraftwerken.

Energiewende = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann kommt der Betrug/Selbstbetrug (marktfeindliches Subventionsabgabenzwangsgesetz EEG) danach kommt der Mangel (steigende Strompreise zu Lasten der Deutschen Gesellschaft und Volkswirtschaft) und am Ende befinden wir uns alle in Mangel und Armut wieder (unbezahlbare Strompreise bei gleichzeitiger mangelhafter Stromversorgung)...das Ende unserer Deutschen Volkswirtschaft, unseres Wohlstand und unserer Sozialsysteme!

Herr Ciller Gurcae

15.03.2017, 08:40 Uhr

Eon ist von Merkel entschädigungslos enteignet worden.
Gerichtlicher Schutz dagegen existiert in Turkschland nicht mehr.

Da kann man nur jedem Unternehmen empfehlen, den Firmensitz in Länder zu verlagern, in denen Eigentum geschützt ist. Zum Beispiel England oder usa.

Herr F. K.

15.03.2017, 08:45 Uhr

Durch Atomsubvention gross fett und faul geworden.
Durch Erneurebare Energien zurechtgestutzt worden.
Gut so!
Es hat die richtigen getroffen.

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