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09.07.2013

14:35 Uhr

Rettungsmission

Solarworld-Gläubiger wählen Vertreter

Die nächste Gruppe der Solarworld-Gläubiger hat sich auf einen Interessensvertreter geeinigt. Damit ist Weg für eine Abstimmung über den umstrittenen Sanierungsplan frei. Anfang August soll das Konzept abgesegnet werden.

Sanierungsplan: Die Gläubiger von Solarworld haben einen Vertreter gewählt. Reuters, Sascha Rheker

Sanierungsplan: Die Gläubiger von Solarworld haben einen Vertreter gewählt.

DüsseldorfSolarworld hat eine weiter Hürde auf dem Weg zur Sanierung genommen. Auch die Gläubiger der 400-Millionen-Euro-Anleihe haben sich im zweiten Anlauf auf einen gemeinsamen Interessenvertreter geeinigt. Sie wählten den Unternehmensberater Frank Günther, wie der Solarkonzern am Dienstag mitteilte. Anwesend waren 17,53 Prozent des Anleihekapitals, von denen 99,80 Prozent zustimmten. Da dies die zweite Sitzung zur Wahl des Interessenvertreters war, entfiel die beim ersten Treffen geforderte 50-prozentige Präsenz.

Am Montag hatten Gläubiger der 150-Millionen-Anleihe – ebenfalls im zweiten Anlauf – den Düsseldorfer Rechtsanwalt Alexander Elsmann als Vertreter gewählt, der in ihrem Sinne das Sanierungskonzept auf seine Tragfähigkeit prüfen und die Restrukturierungen gegebenenfalls begleiten soll.

Der Sanierungsplan von Solarworld

Schuldenschnitt

Kernpunkte sind ein Schuldenschnitt und eine erhebliche Abwertung der Aktien im Verhältnis 1:20. Der Anteil des Gründers Frank Asbeck schrumpft beispielsweise dadurch von 28 auf 1,4 Prozent.

Neue Aktien

Gleichzeitig werden 55 Prozent der Schulden in neue Aktien umgewandelt. Außerdem steigt Qatar Solar als neuer Großinvestor mit einem Anteilspaket ein. Asbeck erwirbt für 10 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen neue Anteile.

Neue Verhältnisse

Falls die Gremien zustimmen, sehen die Eigentümerverhältnisse dann so aus: 5 Prozent Alt-Aktionäre, davon 1,4 Prozent Asbeck Altbestand 19,5 Prozent Asbeck neu dazugekauft 29 Prozent Qatar 46,5 Prozent Neu-Aktionäre - ehemalige Gläubiger

Aufsichtsrat

An der Spitze des Aufsichtsrates soll künftig ein Vertreter der Gläubiger stehen.

Nach der Zustimmung der Schuldscheingläubiger zum Sanierungskonzept hängt die Rettung der mit einer Milliarde verschuldeten Solarworld nun von der Einwilligung der Anleihegläubiger ab. Nachdem in der ersten Runde die nötigen 50-Prozent-Quoren bei den entsprechenden Versammlungen nicht erreicht wurden, sollen sie nun Anfang August auf einem zweiten Treffen über die Restrukturierungspläne abstimmen.

Dann ist lediglich eine Präsenz von 25 Prozent notwendig, wobei 75 Prozent der anwesenden Stimmen dem Restrukturierungskonzept zustimmen müssen.

Der Sanierungsplan sieht für Schuldschein- wie für die Anleihegläubiger den Verzicht von 55 Prozent ihrer Forderungen vor. Zudem ist der Einstieg des katarischen Partners Qatar Solar geplant, der 85 Millionen Euro in das Unternehmen stecken will.

Von

rtr

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