Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2013

14:25 Uhr

Rettungspläne

Solarworld muss Anleihegläubiger überzeugen

Im Ringen um den Bonner Konzern wird es in dieser Woche ernst. Solarworld-Chef Asbeck muss die Anleihegläubiger davon überzeugen, auf einen guten Teil ihre Ansprüche zu verzichten. Aber wie wahrscheinlich ist das?

Modul-Produktion bei Solarworld: Der Umsatz ist im letzten Jahr um 42 Prozent geschrumpft. dapd

Modul-Produktion bei Solarworld: Der Umsatz ist im letzten Jahr um 42 Prozent geschrumpft.

DüsseldorfFür Frank Asbeck und seine hochverschuldete Solarworld beginnt in dieser Woche ein Versammlungsmarathon. Ob an dessen Ende die Rettung des Bonner Solarkonzerns steht, ist dabei noch völlig offen. Nach der Einigung mit den meisten Schuldschein-Gläubigern muss Konzernchef und Großaktionär Asbeck nun die Gläubiger der beiden Anleihen über insgesamt 550 Millionen Euro ins Boot holen.

Der Firmengründer muss sie davon überzeugen, dass ihr Verzicht auf 60 Prozent ihrer Ansprüche der einzig gangbare Weg zur Sanierung des einstigen Börsenstars ist. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass auf den ersten hierzu stattfindenden Versammlungen am Mittwoch und Donnerstag die nötige Präsenz von 50 Prozent erreicht wird.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Dann müsste Asbeck je Anleihe zu einer zweiten Versammlung einladen, auf der für die vorgesehene Wahl eines gemeinsamen Vertreters keine Mindestpräsenz mehr nötig ist. Erst danach wird auf einem weiteren Treffen über das Sanierungskonzept abgestimmt.

Nach dem Schuldverschreibungsgesetz müssen 75 Prozent der Anleihezeichner den Plänen zustimmen. Zudem müssen auch die Aktionäre das Sanierungskonzept abnicken. Allerdings werden sie zunächst auf einem außerordentlichen Aktionärstreffen über den Verlust des Grundkapitals informiert. Das soll nach Angaben eines Konzernsprechers am 11. Juli stattfinden.

Solarworld-Gründer Frank Asbeck. dpa

Solarworld-Gründer Frank Asbeck.

Rechtsanwalt Ingo Scholz, der von Anleihegläubigern als ihr Interessenvertreter vorgeschlagen wurde, rechnet mit Verzögerungen. "Es wäre überraschend, wenn das 50-Prozent-Quorum erreicht würde, da die Anleihen breit gestreut sind", ließ Scholz über einen Sprecher erklären. Diese Erkenntnis habe er nach dem Kontakt mit wesentlichen institutionellen Anlegern gewonnen.

Auch Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die nach eigenen Angaben fünf Prozent der Anleger vertritt, rechnet mit einer zweiten Versammlung und stellte sich erneut hinter die Sanierungspläne. Eine Zerschlagung oder Insolvenz seien die schlechtere Alternative, erklärte er. Solarworld hatte auf Anregung der SdK Rechtsanwalt Alexander Elsmann als Interessenvertreter der Gläubiger vorgeschlagen.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

21.05.2013, 14:59 Uhr

Und die Insolvenzverschleppung geht bei Solarworld weiter. Solarworld war nie wirtschaftlich am Markt aktiv. Nur das EEG hat diese Wirtschaftlichkeit am Anfang der Firmengründung mitgetragen. Danach konnte auch das staatliche Subventions- und bürgerliche Wohlstandsvernichtungsgesetz an der Gesetzmäßigkeit des Marktwettbewerbs nichts mehr drehen. Somit ist Solarworld schon seit Monaten wirtschaftlich und damit finanzell eine hoffnungloser Insolvenzfall. Eine Zwangs-EEG kann auf dauer die Wirtschaftlichkeit nicht ersetzen. Und auch keine Strafzölle auf chinesische Solarmodulle werden da helfen. Im Gegenteil!!!
Diese Strafzölle schaden den restlichen soliden deutschen Wirtschaftsbranchen.(Maschinenbau,IT-Branche,Chemie usw.)
Die Erneuerbare Energiebranche war NIE eine wirtschaftsbasierende, sich selbsttragende, Branche. Es war IMMER das Zwangs-EEG nötig, um eine Scheinwirtschaft/Abzockerwirtschaft auf Kosten des deutschen Bürgers zu generieren!

ALFRED

21.05.2013, 15:37 Uhr

HoffmannM,

ja, neben der ersten, etablierten grünen Mafia, nämlich
der Landwirtschaft sollte und wollte sich die zweite grüne Mafia, nämlich der erneuerbare Energiesektor etablieren.

Grün-Rot gefärbte Polit-Sandkastenspieler lieferten die
Gesetzeswerke auf Bürgerkosten dazu!

Teilweise ist die "erste" und die "zweite" grüne Mafia
schon sehr eng verbunden. Scheunendächer wurden mit PV-Modulen vollgegelegt, Bio-Gasanlagen sprießen aus dem
Boden mit einer verheerenden Monokultur mit Rapsfeldern
im Schlepptau, Felder und Wiesen werden mit horrenden Pachtpreisen zum Aufstellen der gigantischen Windräder
vergeben, alles auf Kosten eines dumm glotzenden Zahl-
bürgers, dem aber langsam dämmert, daß er mit einer gigan-
tischen Ideologie-Blase vorgeführt wird.

In Sachsen-Anhalt wurde mit Steuergeldern und Zwangs-EEG
wie im realexistierenden Sozialismus eine PV-Branche hoch-
gezogen, die beim geringsten Wettbewerbswind kläglich ver-
sagt.

Asbeck, der "Sonnenkönig" von Bonn ließ sich und die grü-
nen Ideologie-Freunde als die großen Visionisten feiern,
heute ist auch Asbeck pleite und von der "Energiewende"
der Lack ab! Asbeck könnte doch seine mit Steuergeld-Sub-
ventionen gekauften Schlösser verkaufen, das letzte ge-
kaufte stammte von Gottschalk!
Statt zu kämpfen wird gejammert und nach Schutzzöllen ge-
schrieen, leider mit Erfolg.

Liberale Marktwirtschaft bedeutet Eigenverantwortung und
Wettbewerb. Subventionen auf der einen und Schutzzölle
auf der anderen Seite sind Bankrotterklärungen für eine
"Marktwirtschaft"!

HofmannM

22.05.2013, 09:05 Uhr

@ALFRED
Schutzzölle und Subventionen sind eine Bankrotterklärung einer Politik, die die Freiheit und den Wettbewerb einer auf Handel und Industrie basierende Wohlstandsgesellschaft nicht mehr im Blick hat. Statt dessen wir IMMER mehr durch Gesetze und Verordnungen das Leben der Bürger geregelt und zum Schluss diktiert. Die Energiewende ala EEG, mit seinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen negativen Auswirkungen, ist das beste Beispiel dafür!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×