Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.04.2013

06:29 Uhr

Riesiger Verlust

Solarworld hat ein Horrorjahr hinter sich

Die Kasse des Solarkonzerns Solarworld leert sich. Der Preisrückgang auf dem internationalen Markt hat das Unternehmen über die Hälfte seines Umsatzes gekostet. Solarworld und Gläubiger suchen weiter nach einer Lösung.

Der Umsatz von Solarworld ist 2012 eingebrochen. Reuters

Der Umsatz von Solarworld ist 2012 eingebrochen.

BonnDer Bonner Solarkonzern Solarworld ist im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich habe ein Verlust von 476,9 Millionen Euro im Konzern nach 307,1 Millionen Euro 2011 gestanden, teilte das Unternehmen am Montagabend in einer Pflichtveröffentlichung auf Basis eines noch ungeprüften Abschlusses mit. Der Konzernumsatz brach wegen eines massiven Preisrückgangs um 42 Prozent auf 606 Millionen Euro ein. Die Zahlen seien vorläufig und könnten sich noch ändern.

Vor knapp zwei Wochen hatte Solarworld mitgeteilt, 2012 habe dem Unternehmen wohl einen nicht konsolidierten Verlust zwischen 520 und 550 Millionen Euro eingebracht. Solarworld berät derzeit mit Banken und Gläubigern über einen Weg aus der Krise. Das Unternehmen hatte Mitte April erklärt, das Kapital seiner Aktionäre komplett verloren zu haben. Solarworld ächzt unter einer Schuldenlast von über einer Milliarde Euro.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Die mit Milliarden geförderte deutsche Solarbranche hatte im vergangenen Jahr infolge des erbitterten Preiskampfes mit asiatischen Wettbewerbern einen beispiellosen Niedergang erlebt. Zahlreiche Unternehmen gingen Pleite, darunter auch der einstige Branchenführer Q-Cells.

Außerordentliche Hauptversammlung: Die Aktie des Sonnenkönigs stürzt ins Bodenlose

Außerordentliche Hauptversammlung

Die Aktie des Sonnenkönigs stürzt ins Bodenlose

Für 2012 erwartet das Unternehmen einen Verlust von rund einer halben Milliarde Euro.

Von

rtr

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hagbard_Celine

30.04.2013, 08:44 Uhr

So etwas passiert wenn die Körnerfresser Industriepolitik betreiben, Schuster bleib bei deinen Leisten kann ich da nur sagen.

Vermehrt lieber Deutschlands Unterschicht, zerstört den Zusammenhalt der Gesellschaft und verteilt unser Geld sinnfrei in aller Welt.

Das habt ihr wenigstens drauf !

Account gelöscht!

30.04.2013, 08:53 Uhr

Unterste Schublade, so ein Kommentar !

Ich bin zwar kein Grünen-Wähler,
aber solche Verallgemeinerungen ...

Es gibt genügend (Zitat) die unternehmerisch erfolgreich sind.

PS Unterschicht
Die Wähler der Grünen liegen in der Mehrzahl über dem Einkommensdurchschnitt.

HofmannM

30.04.2013, 09:08 Uhr

Somit betreibt Solarworld weiterhin Insolvenzverschleppung!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×