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16.05.2014

12:27 Uhr

Rohstahl

Chinas Stahlwerke laufen auch Hochtouren

Der Aufschwung in China stockt derzeit, den Stahlwerken macht das nichts: Sie produzieren so viel wie nie laut dem chinesischen Eisen- und Stahlverband. Die chronische Überproduktion birgt aber auch Risiken.

Ein Chinese schaut 2002 auf die Hochöfen der Westfalenhuette in Dortmund. Das 250.000 Tonnen schwere Stahlwerk der ThyssenKrupp Stahl AG wurde demontiert, um es 150 Km nordwestlich von Shanghai in China wiederaufzubauen. ap

Ein Chinese schaut 2002 auf die Hochöfen der Westfalenhuette in Dortmund. Das 250.000 Tonnen schwere Stahlwerk der ThyssenKrupp Stahl AG wurde demontiert, um es 150 Km nordwestlich von Shanghai in China wiederaufzubauen.

PekingTrotz des stockenden Aufschwungs laufen Chinas Stahlwerke derzeit auf vollen Touren. Anfang Mai produzierten die größten Hütten des Landes durchschnittlich 1,8 Millionen Tonnen Rohstahl pro Tag. Das ist ein Rekordwert, wie der chinesische Eisen- und Stahlverband (Cisa) am Freitag mitteilte. Die chronische Überproduktion drückt zugleich aber auf die Preise, die im ersten Quartal auf das niedrigste Niveau seit 20 Jahren sanken. Brancheninsider erwarten daher eine Fusionswelle.

Eine staatliche Kampagne gegen Umweltverschmutzung in den von Smog geplagten Ballungszentren führt unterdessen dazu, dass die Hütten höhere Kosten für Umweltauflagen schultern müssen. Hunderte klamme Werke stehen am Rande des Ruins, auch weil Kredite nicht mehr so leicht zu erhalten sind.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Allein in der ostchinesischen Stahlhochburg Tangshan könnte der Ausstoß binnen zwei Jahren um 80 Millionen Tonnen sinken, schätzt der Industrievertreter Zhao Xizi. Bereits in diesem Jahr soll nach staatlichen Plänen in ganz China ein Volumen von 27 Millionen Tonnen aus dem Markt verschwinden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden im Reich der Mitte insgesamt 779 Millionen Tonnen Stahl produziert.

Der Konjunkturmotor in China läuft seit einiger Zeit nicht mehr rund. Das Bruttoinlandsprodukt war zuletzt mit 7,4 Prozent so gering gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr.

Von

rtr

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