Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.11.2012

10:43 Uhr

Rohstoffbranche

Katar macht Weg für Glencore-Xstrata-Fusion frei

Lange blockierte Katar die Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata durch den Rohstoffhändler Glencore. Nun stimmen die Scheichs nicht nur der Übernahme, sondern auch den umstrittenen Bonuszahlungen für Manager zu.

Neue Macht im Rohstoff-Geschäft: Glencore und Xstrata stehen vor dem Zusammenschluss. Reuters

Neue Macht im Rohstoff-Geschäft: Glencore und Xstrata stehen vor dem Zusammenschluss.

New York/DohaDie Milliarden-Fusion des weltgrößten Rohstoffhändlers Glencore mit dem Bergbaukonzern Xstrata ist einen weiteren großen Schritt vorangekommen. Der wichtige Großaktionär Katar sprach sich am Donnerstag für den Zusammenschluss aus. Der Staatsfonds sehe große Vorzüge in dem Zusammengehen beider Unternehmen und sei zufrieden mit den Konditionen, teilte der Fonds mit.

Er werde zum Aktionärstreffen am 20. November mit oder ohne die umstrittenen Boni für die Xstrata-Führungskräfte der Übernahme zustimmen. Mit einem Anteil von 12 Prozent an Xstrata gilt Katar als das Zünglein an der Waage für das Gelingen der Übernahme.

Der Zusammenschluss von Glencore und Xstrata

Mega-Fusion in der Rohstoffbranche

Bei einer Fusion des Rohstoffhändlers Glencore und des Bergbauunternehmens Xstrata entstünde ein Mega-Konzern, der vom Abbau von Industriemetallen und Brennstoffen bis hin zum Handel und Verkauf an den Endkunden alle Wertschöpfungsstufen abdeckt.

Glencore

Das 1974 vom Schweizer Rohstoffhändler Marc Rich gegründete Unternehmen Glencore (Global Energy Commodity and Resources) gilt als weltgrößter Rohstoffhändler. Es handelt mit Metallen und Mineralien wie Aluminium, Zink, Kupfer, Nickel, Kobalt und Eisenerz, aber auch mit Rohöl, Kohle und Koks. Drittes Standbein ist der Verkauf von Agrarprodukten wie Weizen, Gerste, Zucker, Mais und Speiseöl. Glencore beschäftigt mehr als 58.000 Menschen über 30 Ländern. An Xstrata hält das Unternehmen bereits rund 34 Prozent.

Xstrata

Die Wurzeln des weltweit tätigen Schweizer Bergbauunternehmens reichen bis ins Jahr 1926 zurück, als die Firma unter dem Namen Südelektra AG gegründet wurde. 1999 benannte sich das Unternehmen in Xstrata um und operiert inzwischen mit mehr als 70.000 Mitarbeitern in über 20 Ländern. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Kohle, Kupfer, Nickel und Zink sowie Legierungen für die Stahlindustrie und Technologien für den Bergbau. Der Umsatz lag 2011 bei rund 33,9 Milliarden US-Dollar.

Anfang Oktober hatten sich die beiden Unternehmen auf das zum damaligen Zeitpunkt 33 Milliarden Dollar (rund 26 Milliarden Euro) schwere Angebot geeinigt, das Glencore im Laufe des Übernahmepokers nachgebessert hatte. Die Wettbewerbshüter der EU wollen bis zum 22. November ihr Votum zu dem Zusammenschluss abgeben.

Zuletzt hatte der Streit um Boni-Zahlungen für Xstrata-Manager Streit entfacht. Wegen der Boni hegen die Scheichs jedoch nun keine Bedenken mehr. Wichtige Investoren wie Standard Life Investments hatten hohe Boni und Entschädigungszahlungen kritisiert. Die Fondsgesellschaft Fidelity, die rund 0,6 Prozent der Xstrata-Aktien besitzt, unterstützt die Übernahme ebenfalls, erklärte eine weitere informierte Person.

Glencore und Xstrata: Fusion der Rohstoff-Riesen steht vor neuen Hürden

Glencore und Xstrata

Neuen Hürden bei Fusion der Rohstoff-Riesen

Der Deal zwischen Glencore und Xstrata steht vor neuen Hindernissen.

Die Aktionäre sollen am 20. November über den Plan abstimmen, den weltweit viertgrößten Bergbaukonzern zu schaffen. Sollte Katar der Verbindung und den Boni tatsächlich zustimmen, steigen die Chancen, dass die größte Übernahme des Jahres noch zustande kommt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×