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11.11.2015

09:33 Uhr

Rohstoffkonzern

Fallende Düngerpreise setzen K+S zu

Die drohende Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash hat der Düngemittelproduzent K+S abgewendet. Doch andere Herausforderungen bleiben. Der Vorstand senkt die Gewinnprognose leicht.

Ein Rohsalz-Großbunker von K+S in Hessen. dpa

Kaliwerk Werra

Ein Rohsalz-Großbunker von K+S in Hessen.

FrankfurtFallende Düngemittelpreise bremsen K+S. Der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller kam im dritten Quartal beim Ergebnis nicht vom Fleck und stutzte seine Prognose für das Gesamtjahr. „Trotz der derzeitigen Abschwächung im Kalimarkt sind die mittelfristigen Wachstumstrends nach wie vor intakt“, gab sich Finanzchef Burkhard Lohr am Mittwoch in einer Videobotschaft optimistisch.

Gleichwohl rechnet der Vorstand nun mit einem operativen Gewinn (Ebit I) von 780 bis 830 Millionen Euro, nachdem er bislang zwischen 780 und 860 Millionen in Aussicht gestellt hatte. Allerdings hatte er bereits Mitte Oktober gewarnt, dass das obere Ende der Spanne mittlerweile sehr ambitioniert sei. Der Umsatz soll auf 4,3 bis 4,5 Milliarden statt wie bislang angenommen auf 4,35 bis 4,55 Milliarden Euro steigen.

Seit dem Sommer haben die weltweiten Rohstoffmärkte deutlich nachgegeben. Die Kalipreise stehen vor allem wegen Überkapazitäten und der schleppenden Düngemittelkäufe im wichtigen Markt Brasilien unter Druck. Dort setzte der Verfall der Landeswährung Real den Landwirten massiv zu. Der kanadische Rivale Potash, der Anfang Oktober seine Übernahmepläne für K+S aufgegeben hatte, hatte wegen des Preisverfalls jüngst seine Umsatz- und Gewinnprognose gekappt und will seine Kapazitäten deutlich senken. Auch der US-Rivale Mosaic kürzte seine Produktionsziele.

Von Juli bis September erzielte K+S einen operativen Gewinn (Ebit I) von 132,1 Millionen Euro, ein Rückgang um 1,4 Prozent. Analysten hatte im Schnitt 136 Millionen Euro erwartet. Im Bereich Kali- und Magnesiumprodukte setzten K+S auch Produktionsausfälle im Zuge des außergewöhnlich warmen Sommers in Deutschland zu. Das operative Ergebnis fiel um mehr als 16 Prozent.

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Im Salzgeschäft, in dem der Konzern Weltmarktführer ist, konnten die Hessen dagegen das Ergebnis um fast drei Viertel erhöhen. Der bereinigte Überschuss legte um fast 17 Prozent auf gut 89 Millionen Euro zu, wozu geringere Zinsaufwendungen beitrugen. Der Vorstand machte den Aktionären daher Hoffnung auf eine Dividendenerhöhung. K+S setzte im dritten Quartal 891,4 Millionen Euro um, ein Plus von fast acht Prozent.

Dazu trug auch der stärkere Dollar bei. Der Großteil der weltweiten Kali-Produktion liegt außerhalb des Dollar-Raums, beinahe sämtliche Umsätze mit Ausnahme der europäischen werden aber in US-Dollar abgerechnet.

Da K+S fast 40 Prozent seinen Umsatzes im Bereich Düngemittel und spezielle Produkte Spezialitäten macht, deren Nachfrage dem Unternehmens zufolge stabil waren, ist der Konzern allerdings ein bisschen weniger von der Abschwächung im Kaligeschäft betroffen als die Konkurrenz.

„Trotz der derzeitigen Abschwächung im Kalimarkt sind die mittelfristigen Wachstumstrends nach wie vor intakt“, sagt Finanzchef Burkhard Lohr in einer Videobotschaft.

Das Unternehmen halte weiter an seinem Langfristziel fest, bis 2020 sein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von zuletzt 896 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro zu erhöhen.

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