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24.08.2016

17:08 Uhr

Rohstoffkonzern unter Druck

Glencore kämpft gegen hohe Schulden

VonRegine Palm

Die Rohstoffmärkte erholen sich. Doch für die Bilanzen der großen Bergbaugiganten wie Glencore kommt die Entwicklung zu spät. Die Schweizer reagieren auf das Millionen-Minus – mit einem Verkauf und Sparmaßnahmen.

Glencore-Hauptquartier im schweizerischen Baar: Der Rohstoff-Gigant leidet unter hohen Schulden und niedrigen Rohstoffpreisen. Reuters

Glencore

Glencore-Hauptquartier im schweizerischen Baar: Der Rohstoff-Gigant leidet unter hohen Schulden und niedrigen Rohstoffpreisen.

DüsseldorfAn der Börse kam die Nachricht gar nicht gut an: Nach einem erneuten Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr gingen die Aktien des weltgrößten Rohstoffhändlers und Minenkonzerns Glencore am Mittwoch in London auf Talfahrt. Zeitweise brachen die Aktien des hochverschuldeten Konzerns um mehr als fünf Prozent ein. Kaum Trost bot die Nachricht, dass sich der Verlust der Schweizer Gruppe gegenüber dem Vorjahr von 817 Millionen auf 615 Millionen Dollar verringert hat. Auch der Verkauf weiterer Vermögensanteile vermochte die Investoren nicht zu überzeugen.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Papiere mit gut 200 Pence noch ein Jahreshoch erreicht. Und so versuchte der Glencore-Chef Ivan Glasenberg, die jüngsten, negativen Zahlen durch positive Aussagen zu mildern. „Wir haben erhebliche Fortschritte bei der Erreichung unserer Ziele gemacht“, sagte der Milliardär mit Blick auf den Schuldenabbau.

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Der Schweizer Rohstoffgigant hatte Milliardenschulden von bis zu 30 Milliarden Dollar angehäuft, nachdem er 2013 den Bergbaukonzern Xstrata übernommen hatte. Ende 2015 kündigte er an, die Schulden von immer noch knapp 26 Milliarden Dollar durch Anteilsverkäufe bis Ende diesen Jahres auf 18 bis 19 Milliarden Dollar zu verringern. Noch stehen aber rund 23,6 Milliarden Dollar in den Büchern.

Glencore ließ der Absichtserklärung aber auch Taten folgen. So hat der Konzern beispielsweise Anfang April eine Beteiligung von 40 Prozent am Agrargeschäft an den kanadischen Pensionsfonds CPPIB abgegeben. Der Verkauf spülte Glencore 2,5 Milliarden Dollar in die Kasse. „Das Management setzt damit glaubhaft und konsequent seine Versprechen um“, lobten seinerzeit die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg. Zugleich stellten sie aber die Nettoverschuldungsziele des Unternehmens in Frage, da der Verkaufserlös unter den Markterwartungen geblieben sei.

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