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20.11.2012

14:02 Uhr

Rohstoffkonzerne

Wintershall und Statoil schließen Gasvertrag

Der deutsche und der norwegische Konzern bauen ihre bestehende Kooperation weiter aus und haben nun die gegenseitigen Lieferung von Erdgas besiegelt. Die BASF-Tochter Wintershall rechnet mit großen Kostenvorteilen.

Stavanger/KasselEin milliardenschwerer Gas-Vertrag mit dem Energiekonzern Statoil öffnet der BASF-Tochter Wintershall die Pipelines von Norwegen in den Rest Europas. Zehn Jahre lang werden die Unternehmen Gas im aktuellen Wert von insgesamt 100 Milliarden Norwegischen Kronen (13,6 Milliarden Euro) nach Deutschland und Nordwesteuropa liefern, wie Statoil-Vorstandsmitglied Eldar Saetre am Dienstag sagte. Der Vertrag läuft von Januar 2013 an.

Dabei hat das Geschäft zwei Standbeine: In Norwegen nimmt Statoil den Deutschen ihr dort gefördertes Erdgas ab, das Wintershall ohne eigenes Transportnetz nicht in andere Länder liefern könnte. Im Gegenzug stellen die Norweger der BASF-Tochter Gas aus der Nordsee in bestimmten europäischen Ländern zur Verfügung. Damit kann Wintershall dann seine Kunden direkt beliefern. Bis zu 45 Milliarden Kubikmeter Erdgas wird das Unternehmen nach eigenen Angaben so von dem norwegische Gas- und Ölkonzern erhalten. Das entspricht laut Statoil dem Verbrauch von etwa zwei Millionen deutschen Haushalten.

Weil aber die BASF-Tochter in Norwegen weniger Gas produziert als ihr Statoil im Rest Europas liefert, muss sie für die Differenz zahlen. Trotzdem nannte Wintershall-Chef Rainer Seele das Geschäft „einen Meilenstein“, weil das Unternehmen seine Produktion aus Norwegen nun im übrigen Europa verwerten könne, ohne ein teures Transportnetz im hohen Norden aufbauen zu müssen. Der Großteil des Gases soll nach Deutschland fließen.

Derzeit produziert Wintershall nur rund 1,3 Milliarden Kubikmeter Nordseegas pro Jahr, will die Fördermenge aber künftig erheblich steigern. Dazu hatte sich das Unternehmen Ende Oktober für gut eine Milliarde Euro in Öl- und Gasfelder von Statoil eingekauft. Statoil-Chef Helge Lund hatte das als „Beginn einer langfristigen strategischen und technologischen Partnerschaft“ bezeichnet.

Von

dpa

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