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29.04.2014

01:52 Uhr

Rosneft-Chef

Ölbranche reagiert auf Sanktionen gegen Setschin

VonPetrina Engelke

Neue US-Sanktionen treffen den Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft. Igor Setschin selbst reagiert darauf mit Spott - und findet Gesellschaft in der Ölbranche. Doch für BP ergibt sich ein Problem.

An dem russischen Ölriesen Rosneft hält auch BP Anteile. Das britische Unternehmen prüft nun, was die Sanktionen für die Zusammenarbeit bedeuten. AFP

An dem russischen Ölriesen Rosneft hält auch BP Anteile. Das britische Unternehmen prüft nun, was die Sanktionen für die Zusammenarbeit bedeuten.

New YorkDie USA haben am Montag neue Sanktionen gegen Russland verhängt, die unter anderem Igor Setschin, den Chef des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft treffen. Diese Nachricht quittieren viele Russen aus der Ölbranche mit einem Achselzucken.

Zwar rutschte Rosneft an der Börse in Moskau um 1,7 Prozent ab, doch die Stimmung blieb gelassen. So sagte sagte etwa ein hochrangiger russischer Mineralölhändler der Nachrichtenagentur Reuters: "Dann kann er eben nicht rüberfliegen, um mit den US-Energiechefs einen zu trinken. Ansonsten läuft das Geschäft weiter."

Allerdings könnten Maßnahmen wie die Visa-Sperre für den Rosneft-Chef Russlands Hinwendung zu Geschäften mit China beschleunigen, so der Händler: "Dann steigt er eben von Bourbon auf Tsingtsao-Bier um."

Auch der größte unabhängige Ölhändler Vitol geht davon aus, dass er weiterhin mit dem Öl von Rosneft handeln kann. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg von Managern des Rotterdamer Unternehmens. Bei Vitol hatte man sich offenbar auf mögliche Sanktionen bereits eingestellt. "Wir haben mit einem Unternehmen zu tun, nicht mit einer Person", sagte Vitol-CEO Ian Taylor in Bezug auf Rosneft bereits am 1. April in einem Interview.

Rosneft-Chef Igor Setschin (r.) gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Neue US-Sanktionen verbieten ihm deshalb unter anderem die Einreise in die USA. Reuters

Rosneft-Chef Igor Setschin (r.) gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Neue US-Sanktionen verbieten ihm deshalb unter anderem die Einreise in die USA.

Die USA haben am Montag Strafmaßnahmen gegen einige der engsten Vertrauten von Präsident Wladimir Putin verhängt, darunter Einreisebeschränkungen und Kontosperren für führende Wirtschaftvertreter wie Setschin. Setschin selbst gab sich angesichts der Sanktionen gegen seine Person spöttisch. "Ich sehe die neuesten Schritte Washingtons als eine hohe Bewertung der Effektivität unserer Arbeit", gab er in einem Statement bekannt.

Doch die Arbeit mit einem der Anteilseigner an Rosneft könnte durch die US-Sanktionen etwas beschwerlich geraten, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Zwar erlauben die Vorschriften dem britischen Ölkonzern BP auch weiterhin, sich mit Rosneft zu befassen. Doch BP-CEO Bob Dudley, der für sein Unternehmen auch im Verwaltungsrat von Rosneft sitzt, sei amerikanischer Staatsbürger und dürfe demnach keine Geschäfte mit einer Person machen, gegen die Sanktionen verhängt wurden - also mit Setschin.

BP hält 19,75 Prozent an Rosneft und bekräftigte am Montag, sich als Investor langfristig in Russland betätigen zu wollen. "Wir prüfen die heutige Ankündigung daraufhin, was sie konkret für BP bedeuten mag", hieß es aus dem Unternehmen. "Selbstverständlich werden wir uns an alle relevanten Sanktionen halten."

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